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Quallen-Sommer auf Sylt: Vom Strandärgernis zur Delikatesse

Barfuß über den Sand, den Blick aufs Meer – und plötzlich glänzt da etwas Wabbeliges im Licht. Wer dieser Tage über Sylts Strände geht, begegnet ihnen überall: Quallen, angespült in stiller Massenproduktion. Der Regisseur dieses Schauspiels ist der Ostwind.

Warum der Ostwind die Quallen bringt

Es klingt verkehrt, ist aber Physik: Drückt der ablandige Ostwind das Oberflächenwasser hinaus, strömt aus der Tiefe kühles Wasser zurück – und nimmt die Quallen als Unterströmung mit an die Küste. Noch weht Westwind. Doch dreht die Strömung, kehren die gallertigen Gäste zurück.

Schön anzusehen, besser nicht anfassen

So harmlos sie im Sand wirken – auch tote Quallen und einzelne Tentakel nesseln noch. Die große Wurzelmundqualle ist ungefährlich, die Feuerqualle selten. Vor Kompassqualle und Blauer Nesselqualle aber sollte man sich hüten: Ihr Kontakt brennt, reizt die Haut und kann den Kreislauf durcheinanderbringen. Also: schauen, staunen, nicht berühren.

Und wer mutig ist, greift zur Pfanne

In Asien ist die Qualle längst Delikatesse. Von rund 1.200 Arten taugen etwa 30 zum Verzehr – für die heimische Küche nur die feste Wurzelmundqualle. Gründlich waschen (kein Sylter Sand!), in Streifen schneiden, in Sojasoße, Reisessig, Sesamöl, Zucker, Knoblauch und Ingwer marinieren, kurz anbraten, mit Reis servieren. Aus dem Ärgernis wird ein Abenteuer.

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