In Kampen, wenige Meter vom monänen Strönwai entfernt, wohnt ein kleiner Gegenpol. In einem denkmalgeschützten Friesenhaus – Adresse: Alte Dorfstraße 2 – hat die Galerie Esel seit April 2022 eine Heimat gefunden, die unverwechselbarer nicht sein könnte. Avantgardistischer Schmuck, handgefertigte Kunstobjekte, eine reetgedeckte Decke und der Geist einer Kamper Legende.
Die Geschichte beginnt bei einem Mittagessen. Alexander Hornemann, Sohn des Goldschmieds Georg Hornemann, sitzt mit Jenny Zimmerer-Röseler im Restaurant. Gegenüber: ein leeres Eckhaus. Idee, Handschlag, Entschluss – alles an einem Nachmittag. Wenige Monate später öffnete die Galerie Esel ihre Türen.
Was hier gezeigt wird, trägt das Signum eines Hauses, das seit den späten 1960er-Jahren internationale Maßstäbe setzt: Das Atelier Georg Hornemann hat in fünf Jahrzehnten nahezu alle bedeutenden Auszeichnungen für Schmuckgestaltung gewonnen. Weitere Standorte befinden sich auf der Königsallee in Düsseldorf und am Kurfürstendamm in Berlin. In Kampen präsentiert das Atelier eine ganzjährig wechselnde Kollektion – immer handgefertigt, immer unverwechselbar.
Das Gebäude selbst ist Ausstellungsraum und Kunstwerk zugleich. Statt Vitrinen schweben reetgedeckte Glaskuben von der Decke. Leuchtturm-Lampen aus Bronze, entstanden in Zusammenarbeit mit der Bildhauerin Olivia Berckemeyer, empfangen die Besucher am Eingang. Man ist sofort nah am Objekt – nah an der Handarbeit, nah am Material.
Der Name ist kein Zufall. Der Esel erinnert an den Ziegenstall von Valeska Gert – das Kultlokal, das die Außenseiter-Künstlerin 1951 in Kampens Dorfmitte eröffnete, mit Melkschämeln statt Barhocker. Dieser Geist des Unbeirrbaren lebt in der Galerie Esel weiter – mit derselben Haltung: Ich weiß, wer ich bin. Und ich lasse mich von niemandem davon abbringen.
GALERIE ESEL · Alte Dorfstraße 2, 25999 Kampen · Mo–Sa 11–18 Uhr · post@eselgalerie.de · +49 4651 2009650 · www.eselgalerie.de
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