Alle Beiträge von Alex Lenz

Redakteur bei Sylt Stories, Sylt1 TV und Sylt Tv

Sölring Foriining fordert gesellschaftlichen Schulterschluss und stärkt die kulturelle Infrastruktur

Sylt/Keitum – In einer kritischen Bestandsaufnahme zur aktuellen Lage auf Sylt hat sich die Sölring Foriining in ihrem jüngsten Rundschreiben an die Öffentlichkeit gewandt. Der Verein für Heimatpflege und Naturschutz mahnt angesichts einer spürbaren Unzufriedenheit auf der Insel zu einem politischen und gesellschaftlichen Umdenken, präsentiert zugleich aber erfolgreiche Abschlüsse in der Museumsarbeit.


Kritik an Polarisierung und Wohnraumsituation
Maren Jessen, die Erste Vorsitzende des Vereins, zeichnet in ihrem Leitartikel das Bild einer Inselgesellschaft am Scheideweg. Die Wachstumseuphorie vergangener Jahrzehnte sei einer Ernüchterung gewichen, die sich vor allem an der Verdrängung einheimischen Wohnraums entzünde. Jessen richtet einen dringenden Appell an die kommunalen Mandatsträger, parteipolitische Gräben zu überwinden. Ziel müsse eine Politik sein, die sowohl dem demografischen Wandel Rechnung trägt als auch der Jugend eine Bleibeperspektive bietet. Der Verein positioniert sich hierbei als überparteilicher Wahrer der regionalen Identität und bittet um verstärkte Unterstützung durch Spenden und Ehrenamt.
Investition in den Exponatschutz


Erfreuliche Nachrichten vermeldet der Verein aus dem musealen Bereich. Ein mehrjähriges Infrastrukturprojekt konnte erfolgreich finalisiert werden: Sowohl das Sylt Museum als auch das Altfriesische Haus verfügen nun über eine modernisierte Beleuchtungstechnik. Die Maßnahme, finanziert durch Stiftungen und Fördergelder, dient nicht nur der Energieeffizienz, sondern optimiert durch konservatorisch angepasstes Licht vor allem den Schutz der wertvollen Sammlungsbestände.

Zuwachs für die Kunstsammlung
Der Kunstbestand des Sylt Museums wurde zudem durch eine Schenkung erweitert. Ein um die Jahrhundertwende (1900) entstandenes Werk des österreichischen Malers Carl O’Lynch of Town, welches die Abendstimmung am Sylter Strand einfängt, ging in den Besitz des Vereins über. Überreicht wurde das Gemälde von Vertretern der Fielmann Group AG, die damit ihr kulturelles Engagement auf der Insel fortsetzen.


Zeitzeugen-Projekt und Traditionspflege
Im Bereich der kulturellen Bildung setzt der Verein auf den Dialog der Generationen. Unter dem Titel „TalentCAMPus“ befragten 15 Jugendliche Sylter Zeitzeugen zu deren Lebenswegen. Die Ergebnisse dieses Bundesprojekts werden Anfang 2026 filmisch dokumentiert.
Mit Blick auf die nahende Adventszeit wagt die Sölring Foriining zudem einen Spagat zwischen Brauchtum und Umweltkritik. Während der traditionelle Jöölboom (Friesenbaum) weiterhin in Workshops gepflegt wird, soll eine Installation im Museumsgarten zum Nachdenken anregen: Ein in Kooperation mit der Initiative „Bye Bye Plastik“ gestalteter „Müllboom“ thematisiert die Verschmutzung der Meere.
Ausblick


Der Verein weist abschließend auf die externe Präsentation der eigenen Bestände hin: Die Ausstellung „Emil Nolde. A private Collection“ verlässt die Insel und gastiert ab Ende November im Museum Bensheim.

Alarmstufe Party: Wenn Sylts Retter die Uniform gegen Tanzschuhe tauschen

Keitum – Normalerweise trifft man sie nur, wenn es brennt, kracht oder irgendwo der Schuh drückt. Doch bei der 2. „Sylter Blaulichtparty“ blieben die Sirenen stumm und die Funkgeräte aus. Stattdessen hieß das Motto im Keitumer Friesen-Saal: „Atemlos“ statt atemraubend. Rund 200 Lebensretter, Ordnungshüter und Pflege-Profis folgten dem Ruf des DRK-Ortsvereins Westerland, um gemeinsam den wohlverdienten Feierabend zu zelebrieren.


Dass Retter auch feiern können, bewiesen die Gäste aus Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst sowie der Nordseeklinik und den Sylter Arztpraxen eindrucksvoll. Der Saal, mietfrei überlassen vom Kulturhaus Sylt, war kaum wiederzuerkennen. Ein engagiertes Orga-Team hatte ganze Arbeit geleistet. Besonders schick: Während die Gäste in Zivil kamen, hielten zumindest ein paar Schaufensterpuppen (ausgestattet von Mode Hellner) in voller Einsatzmontur die Stellung – die einzigen an diesem Abend, die steif in der Ecke standen.


DRK-Chef Clemens Raab freute sich bei der Begrüßung über das „bunte Blaulicht-Gemisch“. Endlich konnte man sich mal kennenlernen, ohne dass ein Notarztwagen im Weg stand oder Sekunden zählten. Für den richtigen Takt sorgte DJ Markus Prange, der die Herzfrequenz der Anwesenden ganz ohne Defibrillator in die Höhe trieb – die Tanzfläche war quasi im Dauereinsatz.
Damit niemandem die Puste ausging, kredenzte Silvio Sprenger mit seinem Team die nötige „Einsatzverpflegung“ in Form von leckerem Fingerfood und kühlen Drinks zu Preisen, die jedem Budget guttaten. Ein echtes Highlight war der Ansturm auf die Tombola. Dank spendabler Sponsoren wie der Sylter Bank warteten 250 Preise auf neue Besitzer. Den Vogel schoss das Fahrradzentrum Sylt ab, das als Hauptgewinn ein nagelneues Fahrrad stiftete – perfekt für alle, die nach der Party das Blaulicht-Auto mal stehen lassen wollten.


Das Fazit des Abends: Eine grandiose Sause mit viel Herzblut, tollen Sponsoren und Gästen, die zeigten, dass sie nicht nur im Notfall ein eingespieltes Team sind.

Wellness-Urlaub für Regale: Der REWE in Tinnum macht sich hübsch

Sylt – Auch ein Supermarkt hat seine Eitelkeiten. Wer in den letzten Monaten eifersüchtig zum „großen Bruder“ am Autozug geschielt hat, darf sich nun freuen: Der REWE-Markt im Tinnumer Gewerbegebiet zieht nach und gönnt sich eine umfassende Beauty-Behandlung. Das Motto lautet: Einmal liften, bitte!
Dass es nötig war, pfeifen die Möwen zwar noch nicht von den Dächern, aber der Wettbewerb im eigenen Haus schläft nicht. Wir erinnern uns: Im letzten Winter hat sich der REWE am Industrieweg (direkt beim Autozug) bereits ordentlich in Schale geworfen. Seitdem glänzt dort alles in neuem Licht, die Gänge wirken breiter und die Kühltheken summen leiser vor sich hin. Da wollte der Standort in Tinnum natürlich nicht länger das Aschenputtel spielen. „Was der am Autozug kann, kann ich schon lange“, scheint sich die Filiale gedacht zu haben und hat nun die Handwerker bestellt.


Für die Kunden bedeutet das: Jetzt noch schnell die Vorräte aufstocken, denn der Samstag, 22. November 2025, wird der vorerst letzte Tag sein, an dem die Kassen piepen. Pünktlich um 21:00 Uhr fällt der Hammer, und wo sonst Einkaufswagen rollen, regieren dann für knapp zwei Wochen Bohrmaschine und Malerpinsel.
Aber keine Panik auf der Titanic (oder im Watt): Niemand muss verhungern. Während sich der Tinnumer Markt für seine große Verwandlung zurückzieht, hält der besagte, bereits schick gemachte Kollege am Autozug die Stellung. Der Umweg ist kurz, und man kann dort gleich noch einmal begutachten, wie das Endergebnis einer solchen „Frischekur“ aussieht. Man könnte fast sagen: Der eine Markt macht den Schönheitsschlaf, der andere schmeißt den Laden.
Lange dauert der Entzug aber nicht. Der Zeitplan ist so straff wie ein gut gespanntes Vorsegel. Schon am Donnerstag, den 4. Dezember 2025, öffnet der Markt in Tinnum wieder seine Pforten – und zwar schon ab 07:00 Uhr morgens.
Das Timing könnte kaum besser sein: Gerade rechtzeitig, um die Stiefel für den Nikolaus zu füllen und den Weihnachtsbraten zu planen, erstrahlt der Laden in neuem Glanz. Wir sind gespannt, ob er den Kollegen am Autozug optisch überholen kann. Bis dahin wünschen wir den Handwerkern frohes Schaffen und dem Markt gute Erholung im Wellness-Urlaub!

Ein Nachmittag voller Magie: Geschichtenzeit mit Frank Bremser in der Sylt Bibliothek

Es gibt kaum etwas Schöneres im November, als es sich gemütlich zu machen und einer guten Geschichte zu lauschen. Genau diese warme Atmosphäre möchte die Sylt Bibliothek am Donnerstag, den 21. November 2025, schaffen. Alle kleinen Bücherwürmer, Abenteurer und Traumtänzer sind eingeladen, den bundesweiten Vorlesetag gemeinsam zu feiern.

Ab 15 Uhr öffnen sich die Türen zu einem ganz besonderen Erlebnis. Statt selbst zu lesen, dürfen sich die Kinder diesmal entspannt zurücklehnen und zuhören. Und der Vorleser ist kein Unbekannter: Frank Bremser, dessen Stimme viele Eltern sicher aus dem Radio kennen, tauscht das Mikrofon gegen das Buch. Mit viel Charme und Witz wird er die Figuren aus den Buchseiten zum Leben erwecken und für strahlende Kinderaugen sorgen.

Das Motto des Tages, „Vorlesen spricht Deine Sprache“, ist dabei Programm. Es geht darum, gemeinsam zu lachen, mitzufiebern und die Freude an der Sprache zu entdecken. Die Veranstaltung richtet sich speziell an Kinder im Vorlesealter – also vom Kindergarten bis zur Grundschule. Aber natürlich sind auch Mamas, Papas, Omas, Opas und Freunde herzlich willkommen, diesen Moment der Ruhe und Fantasie mitzuerleben.

Bibliotheksleiter Jan-Christian Sangkuhl freut sich riesig auf das Gewusel zwischen den Bücherregalen: „Wir hoffen, viele bekannte, aber auch neue Gesichter an diesem für uns wichtigen und besonderen Tag in unserer Bibliothek begrüßen zu dürfen.“

Packt also eure Kinder ein und kommt vorbei. Es ist die perfekte Gelegenheit, dem grauen Novemberwetter für ein paar Stunden zu entfliehen und gemeinsam in bunte Geschichten einzutauchen.

„Vorlesen spricht Deine Sprache“ – Sylt Bibliothek setzt Zeichen für Leseförderung

Lesen ist der Schlüssel zur Welt, und Vorlesen ist der erste Schritt durch diese Tür. Am 21. November 2025 beteiligt sich die Sylt Bibliothek am bundesweiten Vorlesetag, der größten Vorlesebewegung Deutschlands. Das Ziel der Initiative ist klar definiert: Ein öffentliches Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens zu setzen und Kinder frühzeitig für das geschriebene Wort zu begeistern.

Unter dem inklusiven Jahresmotto „Vorlesen spricht Deine Sprache“ lädt die Bibliothek in Westerland zu einer Veranstaltung ein, die Unterhaltung mit pädagogischem Wert verknüpft. Um die Aufmerksamkeit der jungen Zielgruppe – vornehmlich Kinder im Vorschul- und Grundschulalter – zu fesseln, setzt die Bibliothek auf professionelle Unterstützung: Der erfahrene Moderator Frank Bremser wird als Vorlesepate fungieren. Seine Teilnahme unterstreicht, dass Vorlesen eine Kunstform ist, die durch Betonung, Pausen und Stimmlage erst ihre volle Wirkung entfaltet.

Für Jan-Christian Sangkuhl, den Leiter der Einrichtung, ist dieser Tag einer der Höhepunkte im Jahreskalender. Er sieht die Bibliothek als zentralen Bildungsakteur auf der Insel: „Jeder und jede ist herzlich willkommen“, so Sangkuhl. Er wünscht sich eine volle Bibliothek, in der die Hemmschwellen niedrig sind und die Begeisterung für Literatur im Vordergrund steht. Es geht darum, Neugier zu wecken – sowohl bei den Stammgästen als auch bei Kindern, die vielleicht zum ersten Mal eine Bibliothek von innen sehen.

Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr. Eltern und Pädagogen sind eingeladen, gemeinsam mit den Kindern zu erleben, wie Geschichten die Sprachkompetenz und Empathie fördern können. Weitere Hintergründe zur bundesweiten Aktion finden Interessierte auch unter www.vorlesetag.de.

Das Meer für die eigenen vier Wände: Ein Stück Sylt zum Selbermachen erobert die Insel

Es gibt wohl kaum einen Sylt-Fan, der dieses Gefühl nicht kennt: Der letzte Tag auf der Insel bricht an, der Koffer ist gepackt, und man wirft noch einen letzten, wehmütigen Blick auf die Nordsee. Man möchte am liebsten die Zeit anhalten oder die tosenden Wellen einfach einpacken und mitnehmen. Fotos und Videos auf dem Smartphone sind schöne Erinnerungen, aber sie bleiben flach hinter Glas. Doch was wäre, wenn man die Energie, die Farben und die Tiefe der Nordsee tatsächlich mit nach Hause nehmen könnte – und zwar nicht als fertiges Souvenir, sondern als ein Erlebnis, das man selbst erschafft? Genau diese Möglichkeit eröffnet sich nun für alle Inselfreunde, die auch in der Ferne nicht auf ihre Prise Nordsee verzichten wollen.

Die Sylter Kunstszene ist seit jeher ein Spiegel der landschaftlichen Schönheit. Doch bisher war es meist so: Man besuchte eine Galerie, bewunderte die Werke und kaufte vielleicht eines. Die Künstlerin Natascha Dänner, bekannt durch ihr Label „Meerwerk Sylt“, dreht den Spieß nun um. Sie lädt Liebhaber der Insel ein, die Rolle des Betrachters zu verlassen und selbst zum Schöpfer ihrer eigenen Meereslandschaft zu werden. Ihr neuer Online-Workshop „Meerbild Resin-Art“ ist mehr als ein Malkurs – er ist eine Liebeserklärung an die Insel, die nun exklusiv über eine der bekanntesten Adressen für insulare Originale verfügbar ist.

Zu finden im Herzen der Insel-Produkte

Wer auf der Suche nach Authentizität ist, landet im Netz oft beim „Syltladen“. Der Shop ist bekannt dafür, nur Produkte zu führen, die die DNA der Insel in sich tragen – sei es kulinarisch oder handwerklich. Dass nun genau hier, zwischen Meersalz und Friesengeist, ein digitaler Kunstkurs gelistet ist, zeigt die besondere Qualität des Angebots. Es unterstreicht, dass Kunst und Kreativität genauso zu Sylt gehören wie die Auster und der Strandkorb. Über syltladen.de ist der Zugang zum Kurs ab sofort direkt erhältlich, was den Weg zum eigenen Kunstwerk so einfach macht wie das Bestellen eines Sylter Kochbuchs.

Die Magie des „flüssigen Wassers“

Doch was macht diesen Kurs so einzigartig? Es ist die Technik. Natascha Dänner arbeitet mit Resin, einem Zweikomponenten-Epoxidharz. Wer schon einmal eines ihrer Bilder gesehen hat, weiß um die Faszination: Die Oberfläche glänzt wie eine echte Wasseroberfläche, sie hat Tiefe und Brillanz. „Resin ist das einzige Material, das dem Wasser gerecht wird, weil es selbst flüssig ist, bis es erstarrt“, erklärt die Expertin.

In dem umfangreichen Videomaterial nimmt Dänner die Teilnehmer an die Hand. Die Angst vor der komplizierten Chemie oder dem „Verkleben“ wird einem sofort genommen. Stattdessen lernt man, wie man die Farben der Nordsee anmischt – dieses ganz spezielle Grau-Blau an stürmischen Tagen oder das klare Türkis im Sommer vor Hörnum.

Ein Strandspaziergang auf der Leinwand

Der Kurs ist detailverliebt und haptisch. Es wird gezeigt, wie man echten Sand und Muscheln in das Bild einarbeitet. So entsteht ein Vordergrund, der nicht nur aussieht wie der Strandübergang in Kampen, sondern sich auch so anfühlt. Das Highlight für viele dürfte jedoch die Erzeugung der Wellen sein. Mit Heißluft und speziellen Zusätzen entstehen auf dem Harz Strukturen, die wie echte, schäumende Gischt aussehen – die sogenannten „Cells“.

Es ist ein magischer Moment, wenn sich das weiße Harz plötzlich öffnet und wie Meerschaum über das blaue „Wasser“ zieht. Diesen Moment im eigenen Wohnzimmer zu erleben, schafft eine emotionale Verbindung zur Insel, die weit über das bloße Betrachten eines Fotos hinausgeht.

Therapie gegen das „Meerweh“

Gerade in Zeiten, in denen der nächste Urlaub vielleicht noch in weiter Ferne liegt, wirkt dieser Kurs wie eine kleine Therapie gegen das Fernweh. Das kreative Arbeiten zwingt zur Ruhe und Konzentration. Man taucht ab in die Welt der Farben und Formen, vergisst den Stress des Alltags und ist gedanklich wieder ganz oben im Norden.

Der „Syltladen“ bietet mit diesem neuen Produkt also nicht nur eine Anleitung zum Malen, sondern ein Paket „Inselzeit“. Ob als Geschenk für einen Menschen, der Sylt liebt, oder als Belohnung für sich selbst: Der Kurs „Meerbild Resin-Art“ ist die Eintrittskarte in ein digitales Atelier mit Meerblick. Das fertige Bild an der Wand wird dann zu einem Fenster zur Insel – und zu einem Stolz-Objekt, denn man kann jedem Besucher sagen: „Diesen Strand habe ich mir selbst erschaffen.“

Wer also schon immer wissen wollte, wie die Sylter Künstler diesen unvergleichlichen Glanz auf die Leinwand zaubern, findet die Antwort ab sofort nur einen Klick entfernt im Sortiment des Syltladens.


Sylt News: Jöölboom-Ausstellung startet mit Umwelt-Projekt und Exklusiv-Edition

Die Adventszeit auf Sylt steht traditionell im Zeichen des Jöölbooms. Doch in der Saison 2025 erweitern die Sölring Museen das kulturelle Angebot um eine gesellschaftskritische Komponente. Ab dem 1. Advent trifft im Keitumer Sylt Museum friesisches Brauchtum auf eine interaktive Kunstaktion gegen Meeresmüll.

Aktuelles Projekt: Der „Müllboom“ als Mahnmal

In einer neuen Kooperation zwischen den Sölring Museen, der Initiative „Bye Bye Plastik Sylt“ und der Künstlerin Linn Andresen wurde der klassische Weihnachtsbogen neu interpretiert. Im Museumsgarten entsteht eine Installation, die vollständig aus recycelten Materialien und Strandfunden gefertigt ist.

Das Ziel dieses Projekts ist es, die massive Verschmutzung der Nordsee sichtbar zu machen. Anstelle von grünen Kränzen und Äpfeln finden sich hier Fundstücke wie:

  • Plastikflaschen und Deckel
  • Reste von Fischernetzen (Dolly-Ropes)
  • Zigarettenstummel und Mikroplastik

Mitmach-Aktion für Sylter und Gäste

Die Installation ist als „Work in Progress“ konzipiert. Die Initiatoren rufen die Bevölkerung und Besucher der Insel dazu auf, sich aktiv zu beteiligen. Wer bei Strandspaziergängen Müll sammelt, ist eingeladen, diesen zum Museum zu bringen und den Baum damit weiter zu „schmücken“. Der Baum symbolisiert so die täglich neue Anspülung von Plastikmüll an den Sylter Küsten.

Termine: Workshops und Traditionspflege

Neben der neuen Installation pflegt der Kulturausschuss weiterhin das immaterielle Kulturerbe der Insel. Für Interessierte werden auch in diesem Jahr wieder die beliebten Kurse angeboten:

  • Kranzbinden: Anleitung zum Erstellen des klassischen Jöölboom-Grüns.
  • Kenken-Workshop: Herstellung der traditionellen Salzteigfiguren.

Zusätzlich kehren die modernen Design-Varianten des Jöölbooms – die Glaskunst von Hans-Jürgen Westphal und die Metallarbeiten von Sandra Schrade – in die Ausstellungsräume zurück.

Neuheit im Sylter Einzelhandel: Limitierte Jöölboom-Fliese

Für Sammler und Liebhaber der Sylter Kultur gibt es eine aktuelle Produktneuheit. In Zusammenarbeit mit „Sylt Keramik“ wurde eine handgefertigte Weihnachtsfliese mit dem Motiv des Jöölbooms aufgelegt.

  • Limitierung: Streng begrenzt auf 100 Stück.
  • Verkaufspreis: 60 Euro.
  • Verkaufsstellen: Museumsshop in Keitum, Geschäftsstelle der Sölring Foriining und im Kaufhaus H.B. Jensen (Westerland).

Interessenten können sich auch per E-Mail an info@soelring-foriining.de wenden, um sich eines der Exemplare zu sichern.


Die Agenda von Sylt: Wohnungsnot, Wachstum und lokale Erfolge in der „Good Morning Show“

Der Inselsender SYLT1 hat in seiner morgendlichen „Good Morning Show“ (GMS) die zentralen Diskussionspunkte der Inselöffentlichkeit zusammengefasst. Die Sendung, moderiert von René Triphahn (der sich weiterhin von einer Operation erholt), fokussierte sich auf die kritische Auseinandersetzung mit der lokalen Wirtschaftspolitik und den sozialen Herausforderungen.

Kontrastpunkte: Wachstum vs. Verdrängung

Ein wichtiger Programmpunkt war die Analyse der Presseschau, insbesondere hinsichtlich der geplanten Erweiterung von Gosch. Die GMS thematisierte die ökonomische Tragweite dieser Expansion und die damit verbundenen, teils kontroversen Reaktionen auf Sylt. Das Thema beleuchtet das anhaltende Dilemma der Insel zwischen der Förderung großer Unternehmen und der Bewahrung der Inselstruktur.

Parallel dazu dominierte die Problematik des Dauerwohnraums die politische Debatte. Die Moderation griff die Diskussionen des Vorabends auf und untersuchte die strukturelle Wohnungsnot, die Arbeitnehmer und Einheimische zunehmend zur Abwanderung zwingt. Die GMS unterstrich die Notwendigkeit politischer Lösungsansätze für diese existenzielle soziale Schieflage.

(Hier würde der Verweis auf das Video zur Gosch-Erweiterung stehen)

Lokale Dynamik: Sportliche Erfolge

Als Ausgleich zu den ernsten politischen Themen widmete sich die Sendung den lokalen Erfolgen, die das Engagement in den Vereinen widerspiegeln:

  • Fußball SC Norddörfer: Die positiven Ergebnisse der Jugendmannschaften wurden als wichtiger Indikator für die intakte sportliche Basis der Insel gewürdigt.
  • Handballdamen TSV Westerland: Der jüngste Sieg der Damenmannschaft wurde hervorgehoben und als Zeichen der sportlichen Konkurrenzfähigkeit des Vereins in der Region gewertet.

Die „Good Morning Show“ lieferte damit einen umfassenden Blick auf die vielschichtige Agenda von Sylt, von der wirtschaftlichen Entwicklung bis zur Bewältigung der sozialen Krise.

 Offener Brief mehrerer Sylter Personal- und Betriebsräte an Ministerpräsident Daniel Günther zum zweigleisigen Ausbau der Marschbahnstrecke

Hier der Originaltext an den Ministerpräsidenten:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Günther,

wir sind ein Zusammenschluss von Personal- und Betriebsräten einiger der größten

Arbeitgeber der Insel Sylt und vertreten derzeit etwa 1600 Beschäftigte.

Hiermit wenden wir uns an Sie, mit der Bitte, unsere Kolleginnen und Kollegen bei der

Behebung des derzeitigen Nahverkehrsdesasters der Marschbahn zu unterstützen.

Am 07.11.2017 haben wir uns schon einmal an sie gewandt und sie gebeten, sich unseres

Problems anzunehmen. Die Infrastruktur der Marschbahn hat jetzt leider einen Stand erreicht,

der nicht mehr hinnehmbar ist. Uns ist bewusst, dass dieses Problem deutschlandweit besteht.

Im Gegensatz zum Rest Deutschlands gibt es aber bei uns nicht die Möglichkeit, auf eine

andere Art und Weise den Weg zur Insel und damit zu unserer Arbeit anzutreten.

Unsere Kolleginnen und Kollegen haben sehr oft einen enormen Zeitverlust zu beklagen. Sie

haben erhebliche Schwierigkeiten, die Versorgung ihrer Kinder sicherzustellen, weil sie nicht

wissen, wann sie diese aus den Kitas abholen können. Ebenso haben unsere Kinder

Probleme, zur und von der Schule auf dem Festland zu kommen. Unsere Pendler können sehr

oft ihre Freizeit gar nicht planen, weil sie ihre Stunden, die sie morgens zu spät kommen,

selbstverständlich abends nachholen müssen, abgesehen davon, dass sie sowieso nicht

wissen, wann sie nach Hause kommen. Dies wird noch erschwert durch eine mangelnde

Informationspolitik. Oftmals, kommen die Meldungen viel zu spät in die App, obwohl die

Störungen schon lange bekannt sind.

Zwischenzeitlich leidet das Betriebsklima in unseren Betrieben, da das Verständnis zwischen

Insulanern und Pendlern für jeweilige Situation der Einzelnen sich erschöpft.

Besondere Probleme bereitet unseren Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern und

in der Altenpflege auch, dass ihre Ablösung nach oder vor dem jeweiligen Dienst nicht

rechtzeitig zur Arbeit erscheint und sie dadurch Mehrarbeit leisten müssen. Dasselbe gilt auch

für die Sylter Verkehrs-Gesellschaft, deren Busfahrer auch fahrplangebunden sind und ihren

Dienst oft nicht rechtzeitig antreten können.

Alle unsere Betriebe haben mittlerweile enorme Probleme bei der Personalgewinnung, weil

sich viele Kolleginnen und Kollegen entweder gar nicht erst auf Sylt bewerben oder die, die

bereits hier einer Arbeit nachgehen, sich um Arbeitsstellen auf dem Festland bemühen.

Mittlerweile ist es so, dass wir uns als wirtschaftlich starke Region und Jobmotor des Kreises

abgehängt fühlen.

Durch die vielen Zugausfälle sind die Züge, die dann fahren, restlos überfüllt, sodass sie

teilweise an den Bahnhöfen keine weiteren Passagiere aufnehmen können und die Menschen

auf den Bahnsteigen stehen bleiben müssen. Das ist keine Seltenheit mehr, sondern derzeit

fast schon Tagesgeschäft.

Leider mussten wir ja kürzlich der Presse entnehmen, dass der Ausbau der

Marschbahnstrecke wieder nach hinten verschoben wurde.

Es sind ja nicht nur unsere Kolleginnen und Kollegen betroffen, sondern auch unsere Gäste,

auf die wir auf unserer Insel angewiesen sind und die unsere Arbeitsplätze sichern.

Wir würden uns freuen, wenn Sie sich der geschilderten Situation persönlich annehmen und

wir zeitnah eine Antwort erhalten.

Das beigefügte Foto zeigt einige der unterzeichnenden Personal- und Betriebsräte v.l.n.r.: Jörg von Böhlen (Asklepios Nordseeklinik), Mathias Habke (Peter Jacobsen), Nicole Möller (Gemeinde Sylt), Lars Petersen (Peter Jacobsen), Dieter Schau (Sylter Verkehrsgesellschaft), Anne Hostenbach (Schulverband Sylt), Jochen Woysch (Energieversorgung Sylt) sowie Peter Harms (Gemeinde Sylt) und dient der freien redaktionellen Verwendung.

Mord, Gier und die raue Nordsee: Neuer Sylt-Thriller „Das Land der toten Väter“ jetzt verfügbar

Das Jahr 1890: Das neue Kurhaus von Sylt strahlt wie ein Versprechen auf eine mondäne Zukunft. Die reiche Berliner Gesellschaft hat die Insel zur chicsten „Sommerfrische“ erklärt. Doch der historische Spannungsroman „Das Land der toten Väter“ reißt die glänzende Fassade brutal nieder und blickt in die Abgründe jener Zeit, in der Sylt noch rau, tödlich und von dunklen Geheimnissen beherrscht wurde.

Wir kennen die Insel als Synonym für Erholung und Exklusivität. Doch wie hoch war der Preis für diesen Fortschritt? Wie viel Blut und Tränen flossen, als die ersten Paläste des Tourismus auf dem Land der Insulaner errichtet wurden? Der Autor nimmt uns mit auf eine fesselnde Zeitreise in die Ära der skrupellosen Landnahme.

Gefangen im Schatten des Fortschritts

Die Geschichte verknüpft zwei extreme Schicksale:

Unten, im dampfenden Arbeitsreich des Kurhauses, schuftet Maren Knudtsen. Sie ist die personifizierte Widerständigkeit der Insel: stolz, unbeugsam und erfüllt von brennender Wut. Denn die exquisite Fläche, auf der die reichen Gäste flanieren, war einst das Land ihrer Vorfahren. Ihr Vater weigerte sich, es zu verkaufen – und verschwand daraufhin unter mysteriösen, maritimen Umständen.

Oben, auf der sonnendurchfluteten Prachtmeile, lungert Constantin von Hardenberg. Ein gelangweilter Aristokrat aus Berlin, der in Sylt nur eine dekorative Kulisse für seine Dekadenz sieht. Bis seine Welt kollidiert – mit Maren.

Ein Sturm der Wahrheit: Kampf um Leben und Land

Was als Kollision zweier Welten beginnt – das stolze Fischermädchen gegen den dekadenten Dandy – entwickelt sich zu einer lebensgefährlichen Jagd. Maren weiß: Der Tod ihres Vaters war kein tragisches Unglück, sondern ein brutaler Mord; die Beseitigung eines lästigen Hindernisses für das große Kapital.

„Das Land der toten Väter“ ist weit mehr als ein historischer Krimi. Es ist ein intensives, atmosphärisches Insel-Porträt. Die Flucht der ungleichen Verbündeten führt sie weg von der sicheren Promenade, hinein in die unbarmherzige, ursprüngliche Natur Sylts. Durch die sturmgepeitschte Heide und hinaus in die tückische Leere des Wattenmeeres, wo Titel und Reichtum nichts zählen und nur der nackte Überlebenswille zählt.

Lese-Tipp für alle Sylt-Kenner

Dieser Roman ist ein Muss für jeden, der die Insel liebt und bereit ist, hinter die Postkarten-Idylle zu blicken.

Der Roman ist ab sofort als digitale Premiere exklusiv als Amazon Kindle eBook zum Preis von 4,99 € verfügbar. Eine gedruckte Ausgabe für das Bücherregal folgt.

Fazit: Ein packender, historischer Schmöker, der beweist: Das alte Sylt war ein gefährliches, tödliches Land. Perfekt für lange, stürmische Abende.