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Sportnachrichten von Sylt – Fußball, Surfen, Beachvolleyball, Kitesurfen und mehr.

Trikots aus Kampen: Die Geschichte dahinter ist typisch Sylt

Sylt funktioniert anders. Hier kennt ein Hotelchef die Spielerinnen, weil er auf demselben Rasen groß geworden ist. Hier spendet ein Luxushotel neue Trikots – nicht für Pressefotos, sondern weil es das Richtige ist. Das Kampener Hotel Rungholt hat der weiblichen B-Jugend des TSV Westerland einen kompletten neuen Trikotsätz geschenkt. Und wer wissen will, warum, muss nur die Geschichte kennen. Foto: Kornelia Glicner.

Dirk Erdmann (61) hat selbst für den TSV Westerland gespielt. Jahrelang. Er kennt das Gefühl, als Jugendmannschaft aufzulaufen, das Kribbeln vor dem Anpfiff, die Bedeutung eines gemeinsamen Trikots. Als die weibliche C-Jugend in die B-Jugend aufstieg und neue Ausrüstung brauchte, zögerte er nicht lange. Aus dem Fußballer von damals wurde der Sponsor von heute.

Das Hotel Rungholt ist kein gewöhnliches Hotel. Es ist Familiengeschichte in Stein. Gegründet 1933 von Netty Nann – Dirk Erdmanns Großtante. 1970 übernahmen seine Eltern Gisela und Dietrich das Haus, seit April 1994 führen Dirk und seine Frau Sabine das Luxusdomizil mit dem unvergleichlichen Meeresblick und der ikonischen Sturmhaube. Fast ein Jahrhundert Kontinuität – auf einer Insel, die sonst vieles kommen und gehen sieht.

Jetzt kommt die nächste Generation: Lisa Erdmann (30) ist seit Mai 2024 zurück auf Sylt. Die Tochter des Hotelierpaares, die gemeinsam mit Bruder Julius (29) und Nicolas (26) buchstäblich zwischen Lobby und Küchengeruch aufgewachsen ist, wird das Rungholt übernehmen. Der Übergabe-Countdown läuft – etwa ein Jahr noch, dann wechselt das Zepter.

Typisch Sylt: Der Zusammenhalt sitzt tief. Tiefer als Saison-Getüe und Tourismusstrategie. Eine Familie, die seit Jahrzehnten auf der Insel verwurzelt ist, sorgt dafür, dass die nächste Generation von Sylter Sportlerinnen gut ausrüsted auf den Platz geht. Die Mädels der neuen B-Jugend können nun hochmotiviert in die Saison starten!

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Das lange Warten: Wie Team Sylt Meister der KKB Nord wurde

Es gibt Abende auf Sylt, die man nicht plant — man erlebt sie einfach. Dieser hier fand allerdings in Husum statt, am 19. Juni 2026, bei gut 30 Grad und Anpfiff kurz nach halb acht. Was folgte, war kein gewöhnliches Fußballspiel. Es war eine Geschichte in drei Teilen, mit einem offenen Ende — das erst zwei Tage später geschrieben wurde.

Der schlechte Anfang

Team Sylt kommt nicht an. Sarah Henningsen, Stürmerin des Husumer SV, trifft in der 15. und 16. Minute — 2:0. Die Sylterinnen stehen da, als hätten sie den Abend noch nicht richtig begonnen. Dann, langsam, findet Laetitia Mikolassek ihren Rhythmus. 2:1. 2:2. 2:3, Elfmeter, kalt verwandelt. Führung. Aber Husum gibt nicht nach: Hanna Lotta Maria Bachrodt gleicht in der dritten Minute der Nachspielzeit aus — 3:3. Der erste Teil endet ohne Sieger.

Das Zwischenspiel

Nach der Pause läuft es besser. Mikolassek trifft zum 3:4, Husum gleicht aus (4:4), Mikolassek trifft zweimal in zwei Minuten (4:6). Carla Oliete Lindemann-Rathjen erhöht auf 4:7. Mikolassek auf 4:8. Vier Tore Vorsprung, die Partie scheint gelaufen. Dann, in der 80. Minute, beginnt Husum zu glauben. Drei Treffer in sechs Minuten — 7:8. Die letzten Momente gehören den Nerven. Bis Mikolassek in der ersten Minute der Nachspielzeit das 7:9 setzt und damit den Abend beendet. Ihr achtes Tor dieses Abends.

Das Warten

Nach dem Abpfiff weiß man noch nichts. Team Sylt und TSV Stedesand liegen punktgleich. Das Spiel gegen TSB Flensburg wurde abgesagt — die Sylterinnen haben ihre Saison beendet. Stedesand spielt am Sonntag. Um die Tordifferenz von Team Sylt (51:26) noch einzuholen, bräuchte Stedesand einen Sieg mit rund 15 Toren Unterschied. Am Sonntag gewinnt Stedesand 2:0.

Team Sylt ist Meister der KKB Nord. Das Ergebnis des Wartens: ein Titel, 29 Saisontore von Laetitia Mikolassek — Torschützenkönigin der Liga — und die Gewissheit, dass auf dieser Insel etwas gewachsen ist, das Aufmerksamkeit verdient.

Was bleibt

Einen Aufstieg gibt es in dieser Spielklasse, der KKB Nord als 7er-Liga, nicht automatisch. Wie es weitergeht, entscheiden die kommenden Monate. Zur nächsten Saison will offenbar der SC Norddörfer eine Damenmannschaft melden — noch Gerücht, aber ein hartnäckiges. Ob das den Frauenfußball auf der Insel stärkt oder die Kräfte teilt, wird sich zeigen. An diesem Sonntag zählt erst einmal nur das: Team Sylt, Meister 2026.

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Tore satt! Team Sylt siegt 7:0 und Klintum hat die Spendierhosen an

Da hat Team Sylt (9er) aber mal ordentlich die Netze zappeln lassen! Mit einem fantastischen 7:0-Sieg beim SV Klintum (9er) haben unsere Jungs bewiesen, dass sie nicht nur am Strand, sondern auch auf dem Rasen eine Wucht sind. Die Aufstiegsfeierlichkeiten können langsam geplant werden, das Signal ist unüberhörbar!

Besonders charmant: Klintum half tatkräftig mit, als Soner Durmishev in der 16. Minute dachte, er müsste Mahdi Ahmadi (7.) direkt Konkurrenz machen und ein Eigentor beisteuerte. Idrissa Nala zeigte sich spendabel mit einem Doppelpack (33., 44.) und sorgte dafür, dass die Bratwurst in der Halbzeit besonders gut schmeckte. Dorian Hansen (45.+1) und Ahmadi (67.) legten nach.

Aber die Krönung kam zum Schluss: Arne Martin Hilbig, unser heimlicher Torjäger von der Ersatzbank, kam erst in der 75. Minute, brauchte aber nur ein paar Schritte, um in der letzten Minute das 7:0 zu markieren. Bei so einer Torgefahr aus der zweiten Reihe wird die Konkurrenz nervös. Die Sylter präsentierten sich als tolles Team, das weiß, wie man Fußball spielt und wie man sich die Aufstiegschance sichert!

Sylt im Sturm: Zwischen ausgebuchter Abreise und unerschütterlichem Fußballherz

Wer an diesem Samstagmorgen auf Sylt aus dem Fenster schaut, bekommt das volle Herbst-Programm geboten: Starkregen peitscht gegen die Scheiben, der Wind zerrt an allem, was nicht niet- und nagelfest ist, und die Nordsee vor Westerland zeigt sich als aufgewühltes, graues Ungetüm. Noch hält die Ebbe das Wasser auf respektvollem Abstand, doch die Szenerie ist ein unmissverständlicher Vorgeschmack auf das, was da noch kommt – und auf das Abreise-Chaos, das der Insel am Sonntag bevorsteht.

Die Insulaner nehmen es, wie immer, mit einer Mischung aus Pragmatismus und trockenem Humor. In Wenningstedt hat das Team vom „Strandhafer“ vorsorglich das Vorzelt abgebaut. Das Restaurant selbst hat natürlich geöffnet, wobei sich der Spaß am „Draußen sitzen“ bei den aktuellen Windgeschwindigkeiten und horizontalen Regenschauern doch merklich in Grenzen hält.

Der perfekte Sturm: Abreisewelle trifft auf Wetterwarnung

Während der Wind heute Vormittag laut Prognose eine kleine Pause einlegt, nimmt er am Sonntag noch einmal gewaltig Fahrt auf – Böen um die 40 Knoten sind angesagt. Das allein wäre schon ungemütlich. In Kombination mit der erwarteten Abreisewelle wird es jedoch zu einem echten Problem. Das Ende des Windsurf World Cups und das lange Wochenende spülen Tausende von der Insel, doch die Fluchtwege werden rar.

Fähre: Ein Fahrplan mit Lücken

Wer auf die Fähre von List nach Dänemark spekuliert, muss seinen Tag genau planen. Wegen des angekündigten extremen Hochwassers hat die FRS den Fahrplan für Sonntag angepasst. Es fahren nur noch ausgewählte Fähren.

Laut aktuellem Sonderfahrplan finden folgende Abfahrten statt:

  • Ab List auf Sylt: 06:00 Uhr, 06:35 Uhr, 07:30 Uhr, 17:30 Uhr, 18:30 Uhr, 19:25 Uhr
  • Entsprechende Fahrten finden auch ab Havneby statt. Reisende sollten sich aber unbedingt kurzfristig rückversichern.

Autozug: Das Nadelöhr ist bereits dicht

Auch auf der Schiene sieht es düster aus. Die Online-Tickets und Stellplatzkapazitäten für den Sylt Shuttle sind am Sonntag im Zeitfenster von 7:00 Uhr bis 17:30 Uhr bereits komplett ausgebucht. Davor und danach gibt es nur noch wenige Restplätze. Wer ohne Reservierung anreist, sollte viel Geduld und einen guten Podcast mitbringen.

Personenverkehr per Marschbahn

Erfahrungsgemäß können starke Stürme auch den regulären Personenverkehr der Bahn erheblich beeinträchtigen. Auf der windanfälligen Marschbahnstrecke kann es zu Verspätungen oder sogar zu Zugausfällen kommen. Ein Blick in die DB Navigator App vor der Abfahrt ist dringend zu empfehlen.

Während alle flüchten, spielen sie Fußball

Doch während die einen die Insel fluchtartig verlassen wollen, gibt es andere, die dem Wetter mit einer bewundernswerten Haltung die Stirn bieten. Auf dem Sportplatz an der Grundschule Boy Lornsen in Tinnum rollt der Ball. Trotz Sturm und Regen ziehen die C-Juniorinnen vom Team Sylt ihr Heimspiel gegen die SG Leck/Achtrup/Ladelund durch. In einer Zeit, in der reihenweise Veranstaltungen abgesagt werden, zeigen diese Mädels, was Leidenschaft und Teamgeist bedeuten. Sie sind der leuchtende Beweis dafür, dass auf Sylt nicht alles stillsteht, nur weil der Wind etwas lauter pfeift. Eine fantastische Leistung, die jede Unterstützung von der Seitenlinie verdient!

Kurzum: Wer es am Sonntag nicht im ersten Anlauf von der Insel schafft, gewinnt einen unfreiwilligen, aber vielleicht auch charmanten Zusatztag. Denn eines ist sicher: Wer am Sonntag nicht wegkommt, der sitzt bis Montag fest.

Foto: Otto