Es gibt Abende auf Sylt, die man nicht plant – man erlebt sie einfach. Der Abend der Sommersonnenwende in Hörnum ist so einer. Heute, am 20. Juni 2026, brennen Fackeln an der Südspitze der Insel. Der Sylter Catamaran Club lädt zur Mittsommernacht, und das Utkieker Café & Bar wird zur Midsommar-Bühne am Watt.
Feuer an der Südspitze: der Fackelzug beginnt um 20 Uhr
Startpunkt ist die Ecke Süderende/Odde-Weg um 20 Uhr. Von dort geht es zu Fuß um die Südspitze Sylts – am Leuchtturm Hörnum vorbei, mit Nordsee auf beiden Seiten. Fackeln können direkt dort gekauft werden, die Feuerwehr sorgt für das erste Feuer. Eintritt frei.
Midsommar-Party im Utkieker ab 20:30 Uhr
Ab 20:30 Uhr steigt die Party im Utkieker Café & Bar des Sylter Catamaran Clubs direkt am Hafen – Strandfeuer, Musik, Drinks, weiter Blick aufs Watt. Einer der schönsten Aussichtspunkte der ganzen Insel, heute Nacht verwandelt in eine Midsommar-Bühne.
Hörnum zur Sonnenwende: ein Ort wie gemacht
Hörnum ist das stille Ende der Insel. Kein Trubel – nur Leuchtturm, Hafen und Meer. Auf dem 55. Breitengrad, dieselbe Linie wie Kopenhagen und Göteborg, wird die Sonnenwende spürbar: Das Licht bleibt. Die Nacht bleibt hell. Wer das einmal erlebt, kommt wieder.
📍 Fackelzug: Ecke Süderende/Odde-Weg, Hörnum · 20 Uhr · freier Eintritt 📍 Mittsommerparty: Utkieker Café & Bar, Sylter Catamaran Club · ab 20:30 Uhr
Hörnum. Es war einmal ein Klassenzimmer in den Wolken. Heute steigen Besucher die enge Spindel der Wendeltreppe hinauf, den Blick erwartungsvoll auf das Panorama gerichtet, das sie in dreißig Metern Höhe erwartet. Sie kommen für die Aussicht, für das Selfie über der Brandung. Doch wer innehat, wer zwischen dem Keuchen des Aufstiegs und dem Staunen über die Weite kurz die Augen schließt, der kann sie vielleicht noch hören: die Schritte der Kinder von einst, die hier nicht die Freizeit suchten, sondern das Leben lernten.
Die Schule ist fort. Der Raum, in dem einst das Wissen mit dem Meeresrauschen um die Wette tönte, ist heute ein stilles Museum, ein konservierter Moment in Bernstein. Wo heute Touristenführer auf den Horizont deuten, regierte einst Lehrer Levi mit jenem strengen, aber fürsorglichen Blick, der nötig war, um eine Schar von Wildfängen im Zaum zu halten. Es waren die Merten-Brüder – Hans, Walter und Hindenburg –, der Leuchtturmwärtersohn Hans Jacobsen und die Kinder der Wehrmachtsbediensteten, die diesen Turm mit Leben füllten. Für sie war der schwindelerregende Aufstieg kein Urlaubserlebnis, sondern der tägliche Gang zur Pflicht, hinauf in ihre gläserne Bastion der Bildung.
Wenn man heute durch die Scheiben auf das moderne Hörnum blickt, fällt es schwer, sich die einstige Einsamkeit vorzustellen, die diese Mauern umgab. In den stillen Jahren zwischen den Kriegen war hier fast nichts als Sand und Wind. Einundzwanzig Seelen zählte der Ort, sieben Häuser duckten sich in die Dünentäler. Das Hapag-Haus, geführt von der unvergessenen „Mutti Merten“, war damals der einzige wärmende Pol in einer rauen Welt, ein Ort der Geborgenheit, dessen Geist nur noch in vergilbten Chroniken lebt.
Die Kreide ist weggewischt, die Schulbänke sind Geschichte. Später zog die Schule in eine Holzbude, dann in ein richtiges Gebäude, bis 2011 die Türen für immer schlossen. Was bleibt, ist der Turm. Er steht noch immer als stummer Zeuge jener Tage, als Hörnum ein vergessenes Ende der Welt war. Wer heute die Führung bucht und den „Hörnumer Blick“ genießt, der besucht nicht nur eine Aussichtsplattform. Er betritt einen verlassenen Sakralraum der Kindheit, in dem das Echo des Abc-Schützen noch immer leise im Pfeifen des Windes widerhallt.
Hörnum rückt zusammen. Am vierten Adventswochenende, dem 20. und 21. Dezember, wird die Feuerwehrwache zum pulsierenden Herzstück des Ortes. Unter dem Motto „Willkommen beim Weihnachtsmarkt“ lädt die Gemeinde Einheimische und Gäste ein, gemeinsam eine besinnliche und fröhliche Zeit zu verbringen.
Los geht es am Samstag, den 20. Dezember 2025, pünktlich um 12:00 Uhr. Der Markt bietet die perfekte Gelegenheit für letzte Erledigungen vor dem Fest: Neben kreativen Geschenkideen an den Verkaufsständen findet gegen Ende der Veranstaltung am 21.12 auch der traditionelle Weihnachtsbaum-Abverkauf statt.
Umrahmt von leckeren Düften und einer festlichen Kulisse bietet dieser Markt genau das, was Weihnachten ausmacht: Zeit für Familie und Freunde. Ob beim Plausch am Punschstand oder beim Stöbern durch die Angebote – hier wird Gemeinschaft großgeschrieben.
Ein makabres Denkmal der Seefahrt ziert seit Donnerstagnachmittag den Strand von Hörnum. Die massive, tonnenschwere Steuerkabine des kürzlich gesunkenen Lotsenbootes „Sea Dagger“ wurde von der unbändigen Kraft des jüngsten Herbststurms an die Küste geworfen und liegt nun auf Höhe des Hapimag Resorts kieloben im Sand.
Das Bild, das sich den Strandspaziergängern bietet, ist eines der puren Zerstörung. Das Dach der Kommandobrücke hat sich tief in den nassen Untergrund gegraben, die Struktur ist durch die Wucht des Aufpralls verbogen und aufgerissen. Wo einst moderne Navigationsinstrumente standen, klafft nun ein Chaos aus Metall und zerborstenem Glas. Dicke Kabelstränge quellen wie Eingeweide aus den zerschlagenen Konsolen und zeugen von dem brutalen Kampf, den das 17 Meter lange Schiff gegen die tobende Nordsee verloren hat.
Die „Sea Dagger“ war in der vergangenen Woche, am 25. September 2025, unter bisher ungeklärten Umständen rund 70 Kilometer westlich von Sylt in Seenot geraten und gesunken. Wie durch ein Wunder konnte die zweiköpfige Besatzung in einer dramatischen Aktion von einem nahen Schiff gerettet werden, bevor ihr Arbeitsplatz in den Fluten versank. Ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Elbe-Nordsee bestätigte, dass eine Kollision als Unglücksursache nach derzeitigem Stand ausgeschlossen wird.
Das Meer gibt die Überreste des Schiffes nur stückweise wieder frei. Während die zertrümmerte Steuerkabine nun in Hörnum liegt, wurden bereits am Mittwoch zwei Treibstofftanks am Strand von Rantum angespült. Die Behälter, gefunden auf Höhe der Sansibar und der Zauberbude, stellen eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar. Einer der Tanks soll nach ersten Informationen noch zu zwei Dritteln gefüllt sein.
Rund um das Hauptwrack in Hörnum hat der Sturm zusätzlich ein trauriges Trümmerfeld hinterlassen. Dämmmaterial, Plastikteile und anderer Schiffsabfall verteilen sich am Spülsaum und zeichnen ein düsteres Bild vom Ende des Lotsenboots.
Die Bergung des stählernen Kolosses gestaltet sich schwierig. Da das Schiff in einem Hoheitsgebiet des Bundes sank, liegt die Zuständigkeit beim maritimen Lagezentrum in Cuxhaven. Wann die tonnenschwere Steuerkabine abtransportiert werden kann, ist derzeit noch unklar. Bis dahin bleibt sie eine eindringliche Mahnung an die unbezwingbare Kraft der Nordsee.
Der Wind weht rau auf Sylt, doch noch rauer als die Nordseebrandung sind die Meinungen über ein ganz besonderes Bauwerk in Hörnum. Die Rede ist von einer umstrittenen Luxusvilla in Hörnum, die die Blicke auf sich zieht wie ein Zugunglück: unfreiwillig, aber mit unbehaglicher Neugier. Während ein peinlicher Fehltritt schnell in Vergessenheit gerät, wird dieses Gebäude wohl bleiben und Generationen von Syltern die Stirn runzeln lassen.
Ist das Kunst oder kann das weg? Entworfen wurde das polarisierende Objekt von Stararchitekt Hadi Teherani. Es ist auf jeden Fall der Hingucker an Hörnums Westseite, wo sich ein Reetdachhaus an das andere schmiegt. Für viele Einheimische ist die Sache klar: Es ist ein Affront gegen die friesischen Traditionen. Der Investor Hans-Werner Maas, dem wohl das Surferherz näher steht als die Sylter Bautradition, verteidigte das Projekt mit den Worten: „Als guter Immobilienentwickler trägt man auch Verantwortung.“ Und was dabei herauskam, ist eine architektonische Mischung aus Tarnkappenbomber und Monolith, gekrönt von einem Reetdach. Etwas, das an der Alster oder in den Vororten von München vermutlich Beifallsstürme auslösen würde, passt so gar nicht in die sanfte Dünenlandschaft der Insel. Die Luxusvilla in Hörnum ist unübersehbar und ein wahrer Hingucker – ganz im Sinne des Ortes, der immer wieder aufs Neue überrascht.
Leuchttürme auf Sylt – Die Insel Sylt, Deutschlands nördlichste Insel in der Nordsee, ist nicht nur für ihre malerischen Strände und Dünen bekannt, sondern auch für ihre beeindruckenden Leuchttürme.
Diese maritimen Wahrzeichen sind nicht nur funktionale Navigationshilfen für die Schifffahrt, sondern auch beliebte Fotomotive und Touristenattraktionen. Insgesamt gibt es auf Sylt fünf Leuchttürme, die sich von Nord nach Süd über die Insel verteilen.
Leuchttürme auf Sylt – Die Zwillingstürme von List
Im Norden der Insel, auf dem Ellenbogen bei List, stehen die zwei ältesten noch aktiven Eisen-Leuchttürme Deutschlands: List-West und List-Ost. Diese „Zwillingstürme“ wurden 1857 vom Königreich Dänemark erbaut und sind seitdem ununterbrochen in Betrieb.
Der Leuchtturm List-West ist mit seiner weißen Farbe und roten Kappe ein markanter Blickfang. Mit einer Höhe von 19 Metern über dem mittleren Tidehochwasser dient er als Orientierungsfeuer für das „Lister Tief“. Sein Zwilling, der Leuchtturm List-Ost, ist mit 22 Metern etwas höher und fungiert als Leit- und Quermarkenfeuer für das Fahrwasser „Lister-Tief“.
Beide Türme stehen in einem Naturschutzgebiet und sind nur zu Fuß oder über eine mautpflichtige Privatstraße erreichbar. Ihre abgeschiedene Lage in den Dünen verleiht ihnen einen besonderen Charme und macht sie zu beliebten Fotomotiven.
Leuchttürme auf Sylt – Der Leuchtturm Kampen
Weiter südlich, zwischen Kampen und Wenningstedt, erhebt sich der wohl bekannteste Leuchtturm Sylts: der Leuchtturm Kampen. Mit seiner markanten schwarz-weißen Färbung ist er nicht nur der höchste, sondern auch der älteste Leuchtturm der Insel. Erbaut wurde er bereits 1855 und misst beeindruckende 40,3 Meter.
Der Kampener Leuchtturm dient als See- und Quermarkenfeuer und hat eine Feuerhöhe von 62 Metern über dem mittleren Tidehochwasser. Seine Reichweite beträgt beachtliche 37,5 Kilometer. Besonders interessant ist die Geschichte seiner Optik: Sie wurde 1855 auf der Weltausstellung in Paris präsentiert und galt damals als hochmodern.
Leuchttürme auf Sylt – Das Quermarkenfeuer „Rotes Kliff“
Weniger bekannt, aber nicht minder wichtig ist das Quermarkenfeuer „Rotes Kliff“ bei Wenningstedt-Braderup. Dieser kleinere Leuchtturm ergänzt die Funktion des Kampener Leuchtturms und hilft Schiffen bei der Navigation entlang der Sylter Westküste.
Leuchttürme auf Sylt – Der Leuchtturm Hörnum
Im Süden der Insel steht der Leuchtturm Hörnum, der jüngste der noch aktiven Leuchttürme Sylts. Erbaut im Jahr 1907, hat er eine Höhe von 34 Metern und eine Feuerhöhe von 48 Metern über dem Meeresspiegel. Seine rot-weiße Ringelung macht ihn zu einem auffälligen Wahrzeichen des Inselsüdens.
Der Hörnumer Leuchtturm hat eine besondere Geschichte: In seinem Obergeschoss befand sich zeitweise die kleinste Schule Deutschlands mit nur 2 bis 5 Schülern. Heute ist er der einzige Leuchtturm auf Sylt, der für Besichtigungen geöffnet ist. Von April bis Oktober können Besucher an Führungen teilnehmen und den atemberaubenden Ausblick von der Galerie genießen.
Die Leuchttürme Sylts sind mehr als nur Navigationshilfen. Sie sind Zeitzeugen der maritimen Geschichte der Insel, Wahrzeichen und beliebte Ausflugsziele. Jeder Turm hat seinen eigenen Charakter und seine eigene Geschichte. Sie trotzen seit Jahrhunderten Wind und Wetter und sind ein fester Bestandteil der Sylter Landschaft.
Für Besucher der Insel bietet sich eine Tour zu den verschiedenen Leuchttürmen an. Dabei lässt sich nicht nur die beeindruckende Technik und Architektur der Türme erkunden, sondern auch die vielfältige Natur Sylts erleben. Von den Dünen des Ellenbogens im Norden bis zu den Stränden von Hörnum im Süden – die Leuchttürme Sylts sind perfekte Ausgangspunkte, um die Schönheit der Insel zu entdecken.
Die Leuchttürme Sylts sind somit nicht nur wichtige Navigationshilfen, sondern auch bedeutende kulturelle und historische Denkmäler, die die maritime Tradition der Insel bewahren und ihre einzigartige Landschaft bereichern.
Sylt Stories: Nachrichten, Reportagen und Geschichten von der Insel Sylt. Täglich aktuell – von Westerland bis List.
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