Zwischen List und Havneby: Die Nacht, in der Madsen die Nordsee zur Bühne machten

Es gibt Momente auf Sylt, die sich einbrennen. Dieser war einer davon.

Am Donnerstagabend, dem 2. Juli 2026, stand Madsen nicht auf einer Bühne in einer Halle. Die Band aus Clenze im Wendland stand auf der „SyltExpress“ – der Fähre zwischen List auf Sylt und dem dänischen Havneby – und spielte ihr erstes Konzert auf See. Die Kulisse: Nordsee, Abenddunkel, 350 Menschen, die jeden Text mitbrüllten.

Das ist die Magie der FRS Syltfähre Music-Night, die in diesem Jahr zum elften Mal stattfand. Kein Sicherheitsabstand zum Künstler. Keine Reihen. Nur das Schiff, das Meer und die Musik.

Madsen lieferten genau das, was man von einer Band erwartet, die mehr als zwanzig Jahre auf der Bühne verbracht hat: Energie, Spielfreude und einen Set, der nichts dem Zufall überließ. „Achterbahn“ und „1995″ aus ihrem aktuellen Album „SMILE“ – Platz 4 der deutschen Charts, beste Platzierung am 18. Juni – trafen das Publikum genau dort, wo Livemusik treffen soll.

Den Abend eröffnet hatte SCHLUMA aus Hamburg – jung, reduziert, mit jenem leicht schiefen LoFi-Charme, der auf einem Fährendeck unter freiem Himmel perfekt funktioniert.

Gegen 23.30 Uhr legte die SyltExpress wieder an. Das Konzert war vorbei. Sylt war wieder ein kleines bisschen mehr Sylt geworden.

(Foto: © Sven Sindt)


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