Kapellenplatz Wenningstedt: Neuer Dorfmittelpunkt feiert Kickoff am 28. Juni

Wenningstedt-Braderup bekommt ein neues Herzstück. Am Samstag, dem 28. Juni 2026, öffnet der frisch gestaltete Kapellenplatz an der Strandstraße offiziell seine Türen – mit einem Einweihungsfest für alle Generationen, kostenlos und offen für jeden.

Termin und Ort

Samstag, 28. Juni 2026 · 14:00–17:00 Uhr
Kapellenplatz, Strandstraße, Wenningstedt-Braderup
Eintritt frei

Live-Musik von Clemens & Friends

Den musikalischen Rahmen setzt das Hamburger Duo Clemens & Friends. Seit 2010 stehen sie für handgemachten Pop, Soul und R&B – mit Gitarre, Gesang und Schlagzeug schaffen sie eine warme Atmosphäre, perfekt für einen Dorfplatz-Kickoff an der Nordsee.

Boule, Spiel und kulinarischer Genuss

Der Bouleverein Sylter Bouletten führt ins Boule-Spiel ein. Kinder entdecken die neue SpieleBoxx und erleben einen Seifenblasen-Segen. Der Dorfverein Üüs Terp bietet Popcorn und Snacks, der iismeer-Foodtruck sorgt für das kulinarische Highlight.

Ein Platz mit Zukunft

Der Kapellenplatz soll dauerhafter, belebter Treffpunkt für Wenningstedter und Gäste werden. Das Kickoff-Fest am 28. Juni ist der Startschuss für ein neues Kapitel des Dorflebens.

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Söl. Ich. – Ein Geständnis der Insel Sylt. Von Alex Lenz, fotografiert von Nick Bosch, illustriert von Lotte Dänner. Das Buch führt an über 100 Orte auf Sylt – vom Ellenbogen bis Hörnum, von der Blidselbucht bis zum Friedhof der Heimatlosen. Kein Reiseführer – ein Geständnis. 19,90 Euro, Subskriptionspreis.

759 Stimmen für Sylts Zukunft: Tourismusstrategie bekommt breiten Rückhalt

Die Entwicklung einer neuen Tourismusstrategie für Sylt hat 759 Personen mobilisiert – Urlauber, Einheimische, Zweitwohnungsbesitzer und Pendler. Diese beeindruckende Resonanz belegt: Die Zukunft des Sylter Tourismus ist ein Thema, das alle angeht.

Wer hat mitgemacht?

Unter den 759 Teilnehmenden waren 337 Urlauberinnen und Urlauber, 299 Einheimische, 97 Zweitwohnungsbesitzer sowie 26 Pendler. Die breite Beteiligung zeigt: Die Frage nach Sylts touristischer Ausrichtung geht weit über die Branche selbst hinaus.

Mobilität als Kernthema

Das meistdiskutierte Thema war die Mobilität. Insgesamt wurden 13 Themenfelder definiert. „Die hohe Beteiligung zeigt, dass viele Menschen Sylts Zukunft aktiv mitgestalten möchten“, so Moritz Luft, Geschäftsführer der Sylt Marketing GmbH.

Phase zwei ist gestartet

In allen zwölf Inselorten treffen sich Ortsgruppen, um standortspezifische Perspektiven einzubringen. Eine Zufalls-Bürgergruppe aus 31 Sylterinnen und Syltern sowie vier Pendlern sorgt für Repräsentativität.

Am 26. August 2026 werden die Ergebnisse im Alten Kursaal in Westerland öffentlich präsentiert. Mehr: www.sylt.de/kurs-sylt.

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Marschbahn im Dauerchaos: Sylter Pendler am absoluten Limit

Für Tausende Pendler zwischen dem Festland und Sylt ist die Marschbahn längst kein verlässliches Transportmittel mehr. Zugausfälle, Verspätungen und ein ausgedünnter Fahrplan machen das tägliche Pendeln zur echten Geduldsprobe.

Nur einmal stündlich – das Taktproblem

Ab Klanxbüll verkehren die Züge nach Sylt nur noch im Stundentakt, jeweils elf Minuten nach der vollen Stunde. Wer eine Verbindung verpasst, wartet im schlimmsten Fall fast eine Stunde – an zugigen Bahnhöfen ohne ausreichende Aufenthaltsmöglichkeiten.

Kurzfristige Änderungen als Dauerzustand

Was offiziell als temporäre Maßnahme gilt, ist für viele Pendler längst Normalität: Zugausfälle häufen sich besonders in den Stoßzeiten morgens und abends. Gedruckten Fahrplänen ist nicht zu trauen. Der einzige verlässliche Rat: Die DB Navigator App kurz vor jeder Abfahrt prüfen.

Pendler – das Rückgrat der Sylter Wirtschaft

Die Pendler sind keine Randgruppe. Sie belegen Hotelbetten, bedienen in Restaurants, pflegen Senioren und sorgen im Einzelhandel für Betrieb. Ohne sie würde Sylt nicht funktionieren. Dass diese unverzichtbaren Menschen täglich mit einem unzuverlässigen Bahnsystem kämpfen, ist ein strukturelles Versagen.

Der Druck auf Deutsche Bahn und politisch Verantwortliche wächst. Was Sylts Pendler brauchen, sind verlässliche Fahrpläne und echte Verbesserungen.

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Unternehmermut auf Sylt: Handwerk, Handel und Herzblut auf der Insel

Sylt gilt als Deutschlands begehrteste Insel – doch hinter dem Glamour der Strandvillen und Promihotspots arbeiten Tausende von Unternehmerinnen und Unternehmern, die mit Herzblut und Ausdauer die wirtschaftliche Seele der Insel am Leben halten.

Das stille Fundament: Handwerk auf Sylt

Ohne die vielen Handwerksbetriebe wäre Sylts einzigartige Architektur mit ihren berühmten Reetdachhäusern längst Vergangenheit. Dachdecker, Elektriker, Klempner und Schreiner kümmern sich ganzjährig um die Bausubstanz der Insel. Viele dieser Betriebe sind seit Generationen in Familienhand – ein Zeichen für Kontinuität und tiefe Verbundenheit mit dem Standort Sylt.

Gastronomie: Von der Sterneküche bis zum Familienrestaurant

Die Gastronomie auf Sylt ist außergewöhnlich vielfältig. Neben Weltklasse-Adressen wie dem Söl’ring Hof und Bodendorf’s – beide mit Michelin-Stern – behaupten sich Familienrestaurants, Bistros und Geheimtipps wie die Sansibar in Rantum. Wer hier ein Restaurant eröffnet, trotzt Saisonrisiken, hohen Mieten und chronischem Fachkräftemangel.

Vernetzung stärkt die Inselwirtschaft

Der Verein Sylter Unternehmer e.V. vereint mehr als 580 Mitglieder aus Handwerk, Handel, Gastronomie und Kreativwirtschaft. Das Sylt1.tv Branchenverzeichnis listet hunderte lokale Anbieter und hilft Gästen wie Einheimischen, die richtigen Betriebe zu finden.

Selbstständig auf Sylt zu sein bedeutet mehr als ein Gewerbe anmelden. Es bedeutet Identifikation mit der Insel und die Bereitschaft, trotz aller Herausforderungen nicht aufzugeben.

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Der Esel in Kampen: Eine Galerie folgt eigenen Wegen

In Kampen, wenige Meter vom monänen Strönwai entfernt, wohnt ein kleiner Gegenpol. In einem denkmalgeschützten Friesenhaus – Adresse: Alte Dorfstraße 2 – hat die Galerie Esel seit April 2022 eine Heimat gefunden, die unverwechselbarer nicht sein könnte. Avantgardistischer Schmuck, handgefertigte Kunstobjekte, eine reetgedeckte Decke und der Geist einer Kamper Legende.

Die Geschichte beginnt bei einem Mittagessen. Alexander Hornemann, Sohn des Goldschmieds Georg Hornemann, sitzt mit Jenny Zimmerer-Röseler im Restaurant. Gegenüber: ein leeres Eckhaus. Idee, Handschlag, Entschluss – alles an einem Nachmittag. Wenige Monate später öffnete die Galerie Esel ihre Türen.

Was hier gezeigt wird, trägt das Signum eines Hauses, das seit den späten 1960er-Jahren internationale Maßstäbe setzt: Das Atelier Georg Hornemann hat in fünf Jahrzehnten nahezu alle bedeutenden Auszeichnungen für Schmuckgestaltung gewonnen. Weitere Standorte befinden sich auf der Königsallee in Düsseldorf und am Kurfürstendamm in Berlin. In Kampen präsentiert das Atelier eine ganzjährig wechselnde Kollektion – immer handgefertigt, immer unverwechselbar.

Das Gebäude selbst ist Ausstellungsraum und Kunstwerk zugleich. Statt Vitrinen schweben reetgedeckte Glaskuben von der Decke. Leuchtturm-Lampen aus Bronze, entstanden in Zusammenarbeit mit der Bildhauerin Olivia Berckemeyer, empfangen die Besucher am Eingang. Man ist sofort nah am Objekt – nah an der Handarbeit, nah am Material.

Der Name ist kein Zufall. Der Esel erinnert an den Ziegenstall von Valeska Gert – das Kultlokal, das die Außenseiter-Künstlerin 1951 in Kampens Dorfmitte eröffnete, mit Melkschämeln statt Barhocker. Dieser Geist des Unbeirrbaren lebt in der Galerie Esel weiter – mit derselben Haltung: Ich weiß, wer ich bin. Und ich lasse mich von niemandem davon abbringen.

GALERIE ESEL · Alte Dorfstraße 2, 25999 Kampen · Mo–Sa 11–18 Uhr · post@eselgalerie.de · +49 4651 2009650 · www.eselgalerie.de

Weitere Stories von Sylt: sylt1.tv und sylt-tv.de.

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Schienenchaos Sylt: Was Pendler jetzt wissen müssen

Eine kaputte Weiche in Klanxbüll hält den Bahnverkehr nach Sylt in Atem. Am Dienstag fallen erneut mehrere Züge aus – rund 4.000 tägliche Pendler sind direkt betroffen.

Die Marschbahn, die einzige direkte Bahnverbindung zwischen dem Festland und der Insel Sylt, kämpft seit dem Wochenanfang mit einem schwerwiegenden technischen Problem. In Klanxbüll, wo die Trasse am engsten wird, hat eine defekte Weiche den gesamten Betrieb aus dem Takt gebracht. Nur ein einziges Gleis ist noch nutzbar – und das reicht bei weitem nicht aus, um den täglichen Verkehr abzuwickeln.

Die Folge: Ein stundenlanger Kollaps in beide Richtungen. Die Deutsche Bahn hat am Dienstagmorgen folgende Züge von Klanxbüll nach Westerland gestrichen:

  • 05:41 Uhr
  • 06:41 Uhr
  • 07:41 Uhr
  • 08:41 Uhr
  • 09:41 Uhr

Das sind fünf aufeinanderfolgende Stunden ohne planmäßige Verbindung – ein logistischer Albtraum für all jene, die Sylt morgens für die Arbeit erreichen müssen. Denn die Insel zieht täglich bis zu 4.000 Pendler an, die auf zuverlässige Züge angewiesen sind.

Auch Autofahrer kommen nicht ungeschoren davon: Der Sylt Shuttle sowie der Blaue Autozug operieren derzeit ebenfalls nicht nach Plan. Wer sein Auto transportieren lassen möchte, braucht viel Geduld und sollte den aktuellen Status vorher prüfen.

Wer kann, sollte die Reise auf den späten Nachmittag oder Abend verschieben. Aktuelle Informationen gibt es im DB Navigator. Für weitere Sylt-Nachrichten: sylt1.tv und sylttv.de.

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7:08 Uhr, Klanxbüll: Eine Weiche und das Ende des geregelten Pendleralltags

Es ist Montag, 22. Juni 2026. Irgendjemand steht gerade am Bahnsteig in Klanxbüll. Er steht schon eine Weile. Sein Zug fährt um 7:11 Uhr — einer von drei, die heute noch fahren. Die anderen sind ausgefallen. Eine Weiche auf der Marschbahn ist defekt. Seit Donnerstag.

So klingt das in der Praxis

Von Klanxbüll Richtung Sylt: 7:11, 8:11, 9:11. Mehr nicht. Von Westerland aufs Festland: 8:20 Uhr. Wer danach fahren muss, wartet — auf einen Zug, der vielleicht kommt, vielleicht nicht, und wenn doch, dann so voll ist, dass man sich fragt, ob die Klimaanlage heute ihren Dienst tut. Es ist Juni. Die Antwort lässt sich erahnen.

Rund 4.000 Menschen pendeln täglich zwischen der Insel und dem Festland. An Tagen wie diesem teilen sie sich ein oder zwei Züge. Was dabei entsteht, klingt nach Großstadtmetro — ist aber die Marschbahn in Schleswig-Holstein, wo eine einzelne defekte Weiche genügt, um eine ganze Insel vom Rest der Welt abzuschneiden.

Donnerstag, Freitag, Montag

Das Bemerkenswerte ist nicht der Ausfall. Ausfälle gibt es. Das Bemerkenswerte ist die Wiederholung: Donnerstag massive Beeinträchtigungen, Freitag dasselbe, jetzt Montag. Eine Weiche. Drei Tage. Kein Ende kommuniziert. Für jeden, dessen Arbeit auf der Insel darauf angewiesen ist, dass er morgens ankommt — Küche, Pflege, Handwerk — ist das kein Betriebsausfall. Das ist der Berufsalltag, der sich in Luft auflöst.

Die Bahn werde intensiv an der Lösung arbeiten. Das ist das, was man in solchen Momenten hört. Der Mann am Bahnsteig in Klanxbüll hört es auch. Er schaut auf die Uhr. Es ist 7:08 Uhr. Noch drei Minuten.

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Das lange Warten: Wie Team Sylt Meister der KKB Nord wurde

Es gibt Abende auf Sylt, die man nicht plant — man erlebt sie einfach. Dieser hier fand allerdings in Husum statt, am 19. Juni 2026, bei gut 30 Grad und Anpfiff kurz nach halb acht. Was folgte, war kein gewöhnliches Fußballspiel. Es war eine Geschichte in drei Teilen, mit einem offenen Ende — das erst zwei Tage später geschrieben wurde.

Der schlechte Anfang

Team Sylt kommt nicht an. Sarah Henningsen, Stürmerin des Husumer SV, trifft in der 15. und 16. Minute — 2:0. Die Sylterinnen stehen da, als hätten sie den Abend noch nicht richtig begonnen. Dann, langsam, findet Laetitia Mikolassek ihren Rhythmus. 2:1. 2:2. 2:3, Elfmeter, kalt verwandelt. Führung. Aber Husum gibt nicht nach: Hanna Lotta Maria Bachrodt gleicht in der dritten Minute der Nachspielzeit aus — 3:3. Der erste Teil endet ohne Sieger.

Das Zwischenspiel

Nach der Pause läuft es besser. Mikolassek trifft zum 3:4, Husum gleicht aus (4:4), Mikolassek trifft zweimal in zwei Minuten (4:6). Carla Oliete Lindemann-Rathjen erhöht auf 4:7. Mikolassek auf 4:8. Vier Tore Vorsprung, die Partie scheint gelaufen. Dann, in der 80. Minute, beginnt Husum zu glauben. Drei Treffer in sechs Minuten — 7:8. Die letzten Momente gehören den Nerven. Bis Mikolassek in der ersten Minute der Nachspielzeit das 7:9 setzt und damit den Abend beendet. Ihr achtes Tor dieses Abends.

Das Warten

Nach dem Abpfiff weiß man noch nichts. Team Sylt und TSV Stedesand liegen punktgleich. Das Spiel gegen TSB Flensburg wurde abgesagt — die Sylterinnen haben ihre Saison beendet. Stedesand spielt am Sonntag. Um die Tordifferenz von Team Sylt (51:26) noch einzuholen, bräuchte Stedesand einen Sieg mit rund 15 Toren Unterschied. Am Sonntag gewinnt Stedesand 2:0.

Team Sylt ist Meister der KKB Nord. Das Ergebnis des Wartens: ein Titel, 29 Saisontore von Laetitia Mikolassek — Torschützenkönigin der Liga — und die Gewissheit, dass auf dieser Insel etwas gewachsen ist, das Aufmerksamkeit verdient.

Was bleibt

Einen Aufstieg gibt es in dieser Spielklasse, der KKB Nord als 7er-Liga, nicht automatisch. Wie es weitergeht, entscheiden die kommenden Monate. Zur nächsten Saison will offenbar der SC Norddörfer eine Damenmannschaft melden — noch Gerücht, aber ein hartnäckiges. Ob das den Frauenfußball auf der Insel stärkt oder die Kräfte teilt, wird sich zeigen. An diesem Sonntag zählt erst einmal nur das: Team Sylt, Meister 2026.

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Sieben Tage, sieben Teller: Takashi Yamamoto findet sich in Keitum

Takashi Yamamoto ist Schriftsteller. Sein letzter Roman wurde in Japan 80.000 Mal verkauft, in Deutschland 312 Mal. Er ist trotzdem hierhergekommen — nach Keitum, nach Sylt. Er sagt, ein Schriftsteller, der noch nie vor der Nordsee gesessen hat, ist kein vollständiger Mensch. Was sicher stimmt: Der Mittagstisch bei Edeka Johannsen in Keitum wird sein nächstes Buch retten. Die Woche: 22. bis 27. Juni 2026.


Kapitel 1 — Montag: Der Leberkäse

Leberkäse mit Sauerkraut & Püree · 9,90 €

Takashi öffnet sein schwarzes Notizbuch und schreibt: „Leberkäse. Weder Leber noch Käse. Deutschland lügt bei den Namen — aber nie beim Essen.“ Er nimmt den ersten Bissen. Stille. Dann schreibt er drei Seiten am Stück. Das Püree, sagt er später, habe die Konsistenz eines guten Satzes. Das Sauerkraut die Wirkung eines Kommas, das alles verändert. Er gibt dem Montag eine 9 von 10 und fragt den Koch nach dem Rezept. Der Koch lacht. Takashi schreibt das Lachen als Fußnote.


Kapitel 2 — Dienstag: Die Paprika

Hausgemachte gefüllte Paprika mit Tomatensauce & Kräuterreis · 8,90 €

„Eine Paprika als Gefäß für Gedanken“, schreibt Takashi ins Notizbuch. „Auch ein Roman ist nur ein Gefäß. Was zählt, ist die Füllung.“ Die hausgemachte gefüllte Paprika mit tiefer Tomatensauce bekommt einen eigenen Abschnitt in seinem Manuskript. Den Kräuterreis nennt er „einen Brief aus der Heimat, handgeschrieben, aber mit fremder Handschrift“. Er bestellt einen Nachschlag Sauce. Die Bedienung schaut ihn an. Er schreibt das ebenfalls auf.


Kapitel 3 — Mittwoch: Das Schnitzel

Schweineschnitzel mit Champignonsauce & Bratkartoffeln · 9,90 €

Takashi fotografiert das Schnitzel sechzehn Mal aus verschiedenen Winkeln. „Das Schnitzel“, schreibt er, „ist Perfektion in flacher Form. Wie ein gutes Haiku: kurz, klar, unvergesslich.“ Die Champignonsauce bezeichnet er als „Umami, das Europa nicht weiß, dass es ihn besitzt“. Die Bratkartoffeln werden zur Metapher für Beständigkeit — diese kleinen gebräunten Kissen, die einfach da sind und das auch bleiben. Sein bestes Kapitel dieser Reise entsteht am Mittwochnachmittag im Zimmer, mit vollem Bauch und offenem Fenster.


Kapitel 4 — Donnerstag: Die Roulade

Hausgemachte Rinderroulade mit gestovten Bohnen & Salzkartoffeln · 13,50 €

„Sie haben das Fleisch gerollt wie ein Maki-Sushi“, schreibt Takashi. „Aber größer. Ehrgeiziger. Europäischer.“ Die Rinderroulade ist das teuerste Gericht der Woche und das komplexeste Kapitel seines Buches. Er fragt nach dem Wort „stoven“ und notiert es sofort: langsam, liebevoll, mit Butter. Das wird ein Unterkapitel. Die Salzkartoffeln: schlicht, ehrlich, respektvoll — drei Adjektive, die er sich auch für seinen Protagonisten wünscht. Er bezahlt 13,50 Euro und fühlt, als habe er ein Geheimnis gelernt.


Kapitel 5 — Freitag: Der Fisch

Fangfrischer Angeldorsch mit Sellerie-Kartoffelpüree & Zitronenbutter · 12,90 €

Takashi liest die Karte dreimal. „Fangfrisch“, sagt er laut. „Das ist ein Versprechen.“ Er setzt sich ans Fenster. Der Dorsch kommt: weiß, zart, mit Zitronenbutter und Sellerie-Kartoffelpüree. Takashi legt den Stift weg. Er isst ohne Notizen. Das passiert selten. „Manche Dinge“, schreibt er danach, „lassen sich nur schweigend erleben.“ Für 12,90 Euro bekommt er das beste Kapitel des Buches — das sich von selbst geschrieben hat, während er kaute.


Kapitel 6 — Samstag: Der Eintopf

Linsen-Eintopf mit Einlage · 5,90 €

Der letzte Tag. Takashi sitzt am selben Fenster wie am Freitag. Er schaut lange in den Teller. „Ein Eintopf“, schreibt er schließlich, „lügt nie. Er sagt: Ich bin warm. Ich bin da. Ich habe Zeit.“ Das Würstchen schwimmt in der Mitte. Er nennt es den Protagonisten. Er zahlt 5,90 Euro, klappt das Notizbuch zu und denkt: Das Buch ist fertig. Es heißt Keitum. Er schaut auf die Straße draußen. Die Nordsee ist nicht zu sehen, aber er spürt sie.


Die Stammbesetzung — täglich verfügbar

Nudeln Bolognese (7,50 €), Chili con Carne (7,50 €), Rindergulasch (9,50 €)

Takashi nennt die täglichen Gerichte „das Stamm-Ensemble eines guten Theaters: verlässlich, professionell, immer da, wenn man sie braucht.“ Das Rindergulasch ist sein persönlicher Favorit. Es riecht, wenn man reinkommt, schon von der Tür. Er schreibt: „Das ist kein Zufall. Das ist Dramaturgie.“


Mehr Sylt-News auf sylt1.tv, sylttv.de und sylt-tv.de. Alle Infos zum Mittagstisch auf edeka-keitum.de.


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Sylt Stories: Nachrichten, Reportagen und Geschichten von der Insel Sylt. Täglich aktuell – von Westerland bis List.

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