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Wenn eine Insel ihr Herz öffnet: „Söl. Ich. Ein Geständnis“ – Sylt erzählt sein Leben selbst

Wie klingt Sylt, wenn niemand zuhört? Vielleicht so: eigensinnig, zärtlich, ein bisschen spöttisch, gelegentlich schwermütig. Genau diese Stimme hat jetzt ein Buch bekommen. In „Söl. Ich. Ein Geständnis“ erzählt die Insel Sylt ihr Leben selbst – von „meinen Dünen“, von „meinen langsamsten und beharrlichsten Geschöpfen“, von Jahrhunderten aus Wind, Wasser und Sturheit.

Eine Insel, über hundert Orte

Zugehört und mitgeschrieben hat Alexander Lenz, gebürtiger Sylter. Sein Buch führt auf 248 Seiten zu über hundert Orten – und es sind längst nicht nur die berühmten. Neben dem Ellenbogen und den Wanderdünen von List stehen die Klöntür, das Möwen-Ballett, die Panzerstraße und der Bastianplatz: Plätze, an denen man tausendmal vorbeigeht, ohne zu ahnen, dass sie etwas zu erzählen haben. Am Ende jedes Kapitels gibt es einen kleinen Wink, was man dort tun sollte – oder lieber lassen.

Es ist ein Buch, das nur jemand schreiben konnte, der hier nicht zu Besuch war, sondern zu Hause ist. Im Vorwort erzählt Lenz von Sommern, in denen sein Kinderzimmer den Gästen gehörte und er in den Keller zog. Von Quallenfallen am Strand. Vom Angeln am Munkmarscher Hafen mit Wattwürmern. Vom Geruch nach Salz, Tang und nasser Erde, wenn der Regen aus Westen kam. „Das ist mein Sylt“, schreibt er. „Nicht das der Hochglanzprospekte.“

Heimat als Cover – und der charmanteste Druckfehler der Saison

Auch die Gestaltung bleibt auf der Insel: Das Cover hat Lotte Dänner mit Bleistift gezeichnet – „Das Cover ist nicht Illustration. Es ist Heimat“, heißt es in der Danksagung. Die Fotos stammen unter anderem von Nick Bosch. Und weil eine eigensinnige Insel sich nicht einmal von einer Druckerei bändigen lässt, enthält die erste Auflage einen Druckfehler – den der Verlag mit Humor trägt und die Erstausgabe zur Limited Edition erklärt. Charmanter kann ein Buch über Sylt kaum unperfekt sein.

Wo das Geständnis zu haben ist

Berührend ist die Widmung an alle, die das Buch bestellt haben, als es noch gar nicht existierte: „Das ist kein Kauf. Das ist Vertrauen. Dieses Buch gehört auch euch.“ Diese Exemplare sind inzwischen ausgeliefert. Alle anderen finden „Söl. Ich. Ein Geständnis“ jetzt im Handel – bei Abbys in Rantum, Modis in Kampen, bei AFJ in Keitum und am Kiosk an der Autoverladung. Weitere Verkaufsstellen folgen. Söl Verlag, 248 Seiten, 24,90 Euro.


Söl. Ich. Ein Geständnis – das Buch, in dem Sylt selbst erzählt. Von Alexander Lenz, Cover von Lotte Dänner, Fotos u. a. von Nick Bosch. Über 100 Orte, 248 Seiten, DIN A5, Söl Verlag, 24,90 Euro. Erhältlich bei Abbys (Rantum), Modis (Kampen), AFJ (Keitum), am Kiosk an der Autoverladung – und online:
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Das umkämpfte „Wir“: Wie Sylts Wohnraum-Debatte zur Frage wurde, wer für die Insel sprechen darf

Ein Essay zur Sylter Ferienwohnungsdebatte – und zu einem kleinen Wort mit großer Wirkung.

Zwei Buchstaben tragen auf Sylt zurzeit die ganze Last der Debatte: „wir“. Die Sylter Unternehmer sagen es, wenn sie vor dem wirtschaftlichen Abstieg warnen. „Merret reicht’s“ sagt es, wenn sie mehr Dauerwohnraum fordert. Beide meinen: die Insel, die Sylter, das Ganze. Und beide meinen am Ende doch vor allem: sich.

Dabei begann alles als Sachfrage. Wie viele der rund 9.500 Ferienwohnungen sind rechtlich sauber? Was passiert mit den Betten in den Kellern? Wie entsteht Wohnraum für die Menschen, die diese Insel am Laufen halten? Inzwischen tauschen beide Seiten offene Briefe darüber aus, wer anonym schreibt, wer welches Vermögen angehäuft hat und wer überhaupt das Recht hat, den Mund aufzumachen. Das Thema hat den Raum verlassen, der Streit ist geblieben.

Was beiden Seiten recht gibt – und was nicht

Die Gerechtigkeit verlangt, beiden ihr Recht zu geben. Die Unternehmer stehen mit Namen, Gesichtern und gewähltem Vorstand in der Öffentlichkeit – Ole König hält die Nase in den Wind und kassiert dafür Sturm, das verdient Respekt, unabhängig davon, was man von seinen Thesen hält. Die Initiative wiederum trifft mit ihrer Kritik einen Nerv, bleibt aber die Antwort schuldig, wer sie eigentlich ist: Wer schreibt, wer entscheidet, wer wird vertreten? Und die Gerechtigkeit verlangt auch den zweiten Blick: 630 Betriebe sind, an der Inselbevölkerung gemessen, eine kleine Minderheit. Ein „wir Sylter“ lässt sich daraus ebenso wenig ableiten wie aus einer Facebook-Seite mit anonymer Redaktion.

Leerstand mit Meerblick

Bleibt die Sache selbst, und da wird es unbequem für alle. Der beschworene Untergang durch wegfallende Betten ist nicht belegt – die Stilllegungen liegen im Promillebereich, die Steuerausfälle speisen sich erkennbar auch aus dem eingebrochenen Immobiliengeschäft, und die versprochenen Gutachten sind nie erschienen. Die Hoffnung der Gegenseite trägt aber genauso wenig: Aus einer gestrichenen Ferienwohnung wird keine Dauerwohnung, solange die Finanzierung auf Ferienerträge gebaut ist. Die Dauermiete zahlt den Kredit nicht. Was entsteht, ist Leerstand mit Meerblick – und keine einzige Wohnung für die Krankenschwester aus der Nordseeklinik.

So sägen beide Lager öffentlich am Ast des jeweils anderen und gelegentlich am eigenen. Ob das Mut ist oder die Gelassenheit derer, deren Schäfchen längst im Trockenen stehen, mag jeder für sich beurteilen. Der Insel hilft beides nicht.

Am 13. Juli, 19 Uhr, tagt der Bauausschuss im Westerländer Rathaus – öffentlich. Dort sitzt das einzige „wir“ mit echtem Mandat: gewählt, abwählbar, verantwortlich. Alle anderen, Verbände wie Initiativen, sind Stimmen. Wichtige Stimmen, gern laute Stimmen. Aber eben Stimmen unter vielen. Vielleicht wäre das der Anfang von Besserung: weniger „wir“, mehr „ich“. Ich heiße so, ich will das, es kostet dies, und bezahlen würde es der. Der Rest ist Sommertheater – und davon gab es auf dieser Insel in diesem Jahr wirklich schon genug.


Buchtipp: Söl. Ich. – Ein Geständnis der Insel Sylt. Von Alex Lenz, fotografiert von Nick Bosch, illustriert von Lotte Dänner. Über 100 Orte, 248 Seiten – Sylt erzählt selbst. Kein Reiseführer, ein Geständnis. 24,90 Euro – jetzt im Buchhandel auf Sylt (Abbys Rantum, Modis Kampen, AFJ Keitum, Kiosk Autoverladung) und online.
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Slalom durch Westerland: Wo Sylt gerade baut – und wo es endlich schön geworden ist

Rot-weiße Baken gehören auf Sylt zum Sommer wie Strandkörbe und Sanddorn. In diesen Wochen allerdings häufen sie sich in Westerland auffällig – wer hier wohnt oder Urlaub macht, fährt derzeit Slalom.

Der Baustellen-Slalom im Überblick

Die Übersicht: Der Max-Hansen-Weg ist die Langzeitbaustelle der Saison, gesperrt bis zum 4. September, gebaut wird in vier Abschnitten von West nach Ost, die Einbahnstraßenregelung ist so lange aufgehoben. Zwischen Robbenweg und Lerchenweg geht bis zum 24. Juli nichts, an der Lornsenstraße 31 am Strandübergang Seenot bis zum 10. Juli – immerhin: Wer zu Fuß zum Strand will, kommt vorbei. Zwischen den Hedigen ist der Kreuzungsbereich Deckerstraße bis Mitte Juli gesperrt, und für Westhedig sowie die Kreuzung Deckerstraße/Osthedig standen die Termine offiziell schon auf Ende Juni – die Baken stehen trotzdem noch. Dazu kommen bis zum 9. Juli Ausbesserungen an etlichen Wirtschafts- und Gemeindeverbindungswegen.

Happy End auf der Bäderstraße

Und weil zu jeder Baustellenmeldung auch ein Happy End gehört: Die Bäderstraße hat auf rund 500 Metern neuen Asphalt bekommen – und, wichtiger noch, stabile Betonplatten an den Seitenstreifen. Das unfreiwillige Kies-Surfen am Fahrbahnrand, bei dem schon mancher Reifen sein Leben ließ, ist an diesem Stück vorbei. Man darf das ruhig einmal loben: richtig gut geworden.

Wer wissen will, wo als Nächstes gegraben wird: Der Baustellen-Melder der Gemeinde Sylt führt alle aktuellen Sperrungen auf. Bis dahin gilt der alte Sylter Baustellen-Dreisatz – umfahren, durchatmen, ankommen.


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¡Órale, Sylt! Warum eine kleine Holzbude in Westerland nach Heimat schmeckt

Was passiert, wenn ein Mexikaner auf Sylt von einer neuen Taco-Bar hört? Wir haben es aufgeschrieben – eine Liebeserklärung aus mexikanischer Perspektive.

Amigos, ihr müsst mir das erklären. Ich stehe an einem Strandübergang in Westerland, der Wind kommt von der Nordsee, die Menschen tragen Jacken im Juli – und vor mir streicht ein Mann eine kleine Holzbude türkis. Türkis! Wie das Meer in Tulum. Und auf seinem Instagram steht: „Bald gehts los, Amigos!“ Ay, mein Herz.

Cochinita Pibil wie bei der Abuela

Die Bude heißt Stefans Tacos, sie öffnet am 14. Juli um 12 Uhr in der Käpt’n-Christiansen-Straße 42, und ich habe die Karte gelesen. Dreimal. Beim ersten Mal dachte ich: na gut, ein Deutscher macht Tacos, qué valiente, wie mutig. Beim zweiten Mal wurde ich still. Da steht Cochinita Pibil. Nach Yucatán-Art, langsam geschmort. Das kocht meine Abuela jeden Sonntag, und sie würde jedem misstrauen, der es eilig hat. Da steht Cerdo in grüner Salsa – Tomatillos, amigos, echte grüne Tomatillos, dafür steht man in Mexiko-Stadt zwanzig Minuten an. Da steht Tinga de Pollo mit Chipotle, das Gericht, über dessen richtige Zubereitung sich meine Tanten seit 1987 streiten. Und alles auf Maistortillas. Mais! Nicht Weizen! Ihr wisst gar nicht, wie oft ich in Europa geweint habe.

Es gibt auch Carne mit Chili, zartes Rind in kräftiger Chili-Sauce, und für die Freunde des Gemüses eine vegane Kürbis-Ratatouille – gut, Ratatouille ist französisch, aber der Kürbis schmeckt nach zu Hause, das lasse ich durchgehen. Die Salsas macht Stefan selbst, jeden Tag frisch, in drei Stufen: mild, scharf und »Stefan-scharf«, nur für Mutige. Stefan, hermano, das sagt meine Familie auch immer. Bei uns heißt die Stufe »Salsa de la Tía Rosa«, und wer sie übersteht, darf mitreden.

Precio de vecino: der Nachbarschaftspreis

Drei Tacos, frei gemischt, für 13,90 Euro – das Taco-Paket. Und jetzt kommt das Schönste: Wer auf der Insel wohnt, bekommt einen Rabatt für Einheimische. In Mexiko nennen wir das „precio de vecino“, der Nachbarschaftspreis. Dass ich den ausgerechnet auf Sylt wiederfinde, auf dieser Insel der stolzen Preise – das rührt mich, ehrlich.

Geöffnet ist täglich ab 12 Uhr, unter der Woche und sonntags bis 21 Uhr, freitags und samstags bis 22 Uhr. Ich werde am 14. Juli dort stehen, mit Limette, Koriander und Zwiebeln extra, und wenn der Wind die Servietten davonträgt, werde ich sagen: perfecto. Tacos mit Blick auf die Nordsee. Meine Abuela würde die Jacke zumachen, probieren, nicken. Mehr Segen gibt es nicht.

¡Bienvenido, Stefan! Moin, Amigo. Sylt und Mexiko – das wird eine schöne Freundschaft. stefanstacos.de

(Foto: Instagram @stefanstacos)


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Zwischen List und Havneby: Die Nacht, in der Madsen die Nordsee zur Bühne machten

Es gibt Momente auf Sylt, die sich einbrennen. Dieser war einer davon.

Ein Konzert auf offener Nordsee

Am Donnerstagabend, dem 2. Juli 2026, stand Madsen nicht auf einer Bühne in einer Halle. Die Band aus Clenze im Wendland stand auf der „SyltExpress“ – der Fähre zwischen List auf Sylt und dem dänischen Havneby – und spielte ihr erstes Konzert auf See. Die Kulisse: Nordsee, Abenddunkel, 350 Menschen, die jeden Text mitbrüllten.

Das ist die Magie der FRS Syltfähre Music-Night, die in diesem Jahr zum elften Mal stattfand. Kein Sicherheitsabstand zum Künstler. Keine Reihen. Nur das Schiff, das Meer und die Musik.

„Achterbahn“, „1995“ und ein Deck voller Stimmen

Madsen lieferten genau das, was man von einer Band erwartet, die mehr als zwanzig Jahre auf der Bühne verbracht hat: Energie, Spielfreude und einen Set, der nichts dem Zufall überließ. „Achterbahn“ und „1995″ aus ihrem aktuellen Album „SMILE“ – Platz 4 der deutschen Charts, beste Platzierung am 18. Juni – trafen das Publikum genau dort, wo Livemusik treffen soll.

Den Abend eröffnet hatte SCHLUMA aus Hamburg – jung, reduziert, mit jenem leicht schiefen LoFi-Charme, der auf einem Fährendeck unter freiem Himmel perfekt funktioniert.

Gegen 23.30 Uhr legte die SyltExpress wieder an. Das Konzert war vorbei. Sylt war wieder ein kleines bisschen mehr Sylt geworden.

(Foto: © Sven Sindt)


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Kammermusikfest Sylt: Die Welt der Kindheit im Fokus – Pēteris Vasks als Jubiläums-Composer in Residence

Vom 25. bis 30. Juli 2026 öffnet das Kammermusikfest Sylt (KmfSylt) seine Pforten für die 14. Ausgabe. In diesem Jahr lädt das Festival unter der künstlerischen Leitung von Cellist Claude Frochaux das Publikum zu einer musikalischen Reise in die Welt der Kindheit ein.

Diese Edition ist keine Veranstaltung speziell für Kinder, sondern eine tiefgehende künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema: Es geht um die unbeschwerte Leichtigkeit, grenzenlose Fantasie und ehrliche Naivität, aber auch um die Verletzlichkeit und die Ängste, die diesen prägenden Lebensabschnitt begleiten. Das Festival lädt dazu ein, die Kinderwelt mit Staunen und Verspieltheit zu betrachten, aber auch aus der reflektierenden und manchmal melancholischen Perspektive des Erwachsenen.

Das Programm der sechs Festivaltage ist entsprechend vielseitig: Es spiegelt musikalische Märchenwelten, Wiegenlieder, Fantasiereisen und magische Wesen wider. Zudem werden zahlreiche Werke erklingen, die entweder Kindern gewidmet sind oder als musikalische Reflexionen der Kindheitserinnerungen der Komponistinnen und Komponisten selbst entstanden sind.

Composer in Residence: Pēteris Vasks

Die hochkarätige Tradition, einen Komponisten von internationaler Bedeutung zu Gast zu haben, wird 2026 mit Pēteris Vasks fortgesetzt. Der lettische Musiker, einer der größten musikalischen Exponenten des Baltikums, feiert im April 2026 seinen 80. Geburtstag. Es ist eine besondere Ehre, ihn in seinem Jubiläumsjahr auf Sylt begrüßen zu dürfen.

Im Rahmen des Festivals wird auch sein neues Auftragswerk, das er gemeinsam für das KmfSylt und das niederländische Stiftfestival schreibt, seine Uraufführung auf Sylt erleben. Vasks’ Kompositionen setzen sich oft mit dem Verhältnis von Mensch und Natur und der drohenden ökologischen Krise auseinander. Mit archaisch-folkloristischen Elementen der lettischen Musik, verbunden mit einem tief mystischen Ausdruck, möchte er, wie er sagt, „der Seele Nahrung geben“.

Internationale Besetzung und besondere Konzerterlebnisse

Das Publikum darf sich auch 2026 auf eine exklusive Auswahl internationaler Spitzenmusikerinnen und -musiker freuen, die eine Woche lang auf der Insel einzigartige musikalische Energie und Leidenschaft versprechen. Teil des Ensembles sind unter anderem der Violinist Daniel Rowland, die Pianistinnen Matan Porat und Natacha Kudritskaya, die Kontrabassistin Uxía Martinez Botana und der Klarinettist Pablo Barragán, sowie viele weitere Künstler aus Ländern wie den Niederlanden, Spanien, der Ukraine, Israel, Chile und Japan.

An rund zehn Festival-Konzerten wird die besondere Atmosphäre des KmfSylt erlebbar: entspannt, leidenschaftlich und nah am Publikum. Die Konzerte finden an vielfältigen Orten statt, um alle Menschen auf der Insel zu erreichen – von der Nord- zur Südspitze, vom Weststrand bis zum Weißen Kliff. Zu den Spielstätten gehören die Westerländer Kirchen St. Nicolai und St. Niels, die Akademie am Meer im Klappholttal, das Muasem Hüs in Morsum, der Friesensaal und das Sylt Museum.

Als besonderes Angebot sind junge Menschen bis 29 Jahre zu allen Konzerten kostenfrei eingeladen. Ergänzt wird das Programm durch die beliebten „Kammermusik to go“ – kurzweilige musikalische Momente an ungewöhnlichen Orten, die Kammermusik in lockerer Atmosphäre präsentieren.

14. Kammermusikfest Sylt:

 * Wann: 25. bis 30. Juli 2026

 * Wo: An verschiedenen Orten der Insel (Details unter kmfsylt.de)

 * Tickets sind ab dem Frühjahr 2026 erhältlich.

Ohnsorg-Kult auf Sylt: „Tratsch im Treppenhaus“ am 2. Januar erleben

Wer an norddeutsches Volkstheater denkt, hat meist sofort einen Namen im Kopf: das Hamburger Ohnsorg-Theater. Gleich zu Beginn des neuen Jahres, am Freitag, den 2. Januar, bringt der Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS) genau diese Institution in den Alten Kursaal nach Westerland. Um 20 Uhr hebt sich der Vorhang für einen echten Bühnen-Klassiker: Das Lustspiel „Tratsch im Treppenhaus“ verspricht einen Abend in bester Ohnsorg-Manier, bei dem kein Auge trocken bleiben dürfte.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht die legendäre Figur der Meta Boldt. Als selbsternannte Sittenwächterin des Mietshauses lässt sie keine Gelegenheit aus, um Gerüchte zu streuen und den Hausfrieden zu sabotieren. Ob geklaute Brötchen oder angeblich zu Katzenfutter verarbeitete Fleischwaren beim Schlachtermeister Tramsen – Metas Fantasie kennt keine Grenzen, wenn es darum geht, die Nachbarn gegeneinander auszuspielen. Doch die Hausgemeinschaft lässt sich das nicht ewig gefallen und schmiedet einen Plan gegen die Giftspritze.

Karten für diesen humorvollen Jahresauftakt sind für 40 Euro bei allen Sylter Vorverkaufsstellen und online auf www.insel-sylt.de erhältlich (Abendkasse: 42 Euro). Das Gastspiel ist zudem der Auftakt für weitere Highlights der Theatersaison: Am 27. Januar folgt die Krimikomödie „Achtsam morden“ und am 24. März das Stück „Mehr Schein als Sein“.

Bildunterschrift:

Klatschtante Meta Boldt stiftet unter den Nachbarn reichlich Unruhe. (Foto: Baraniak)

Westküste fordert Vorfahrt – „Wir sind kein Anhängsel Berlins“

Heide/Sylt. Die Botschaft, die vom 11. Verkehrsforum der Regionalen Kooperation Westküste in Heide ausging, war eindeutig: Die Region lässt sich nicht auf das Abstellgleis schieben. Angesichts aktueller Signale aus dem Bundesverkehrsministerium, wonach essenzielle Infrastrukturprojekte im Norden zeitlich gestreckt werden könnten, formierten sich die Vertreter der Westküstenkreise zu einer geschlossenen Front.

Landrätin Elfi Heesch, Vorsitzende der Kooperation, nutzte ihre Eröffnungsrede am 8. Dezember für eine scharfe Mahnung in Richtung Hauptstadt. Die „Energieküste“ sei Deutschlands Vorreiterregion für erneuerbare Energien. „Wenn wir Europas Herzstück der Energiewende werden wollen, brauchen wir eine Infrastruktur, die diesen Namen verdient“, so Heesch. Die Sorge auf Sylt und dem Festland ist groß, dass die Anbindungen zwischen Hamburg und Westerland in den Prioritätenlisten des Bundes nach unten rutschen.

Um im Berliner Ministerium nicht nur mit Forderungen, sondern mit Fakten zu punkten, geht die Region nun in die Offensive. Eine eigens in Auftrag gegebene verkehrswirtschaftliche Untersuchung durch das Beratungsunternehmen Ramboll soll im kommenden Jahr schwarz auf weiß belegen, welche volkswirtschaftliche Bedeutung die Achsen A23, B5 und die Marschbahn für die gesamte Bundesrepublik haben. Die Unterstützung aus Kiel ist der Region dabei gewiss: Das Landesverkehrsministerium sicherte den Kommunen volle Rückendeckung im Kampf um die Fördermittel und Planungsbeschleunigung zu.

Allianz für die Geschichte – Sylt tritt Notfallverbund bei

Husum/Sylt. Es ist ein historischer Handschlag für den Erhalt der Historie: Die Kreise Nordfriesland und Dithmarschen haben im Schloss vor Husum einen länderübergreifenden Notfallverbund zum Schutz von Kulturgütern besiegelt. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Insel Sylt, deren kulturelles Gedächtnis künftig besser gegen Katastrophen geschützt sein soll.

Zu den Gründungsmitgliedern zählen neben dem Sylter Amts- und Stadtarchiv auch die Sölring Museen. Das Ziel der Allianz ist klar definiert: Im Falle von Bränden, Sturmfluten oder anderen Großschadenslagen sollen Ressourcen gebündelt und gegenseitige Hilfe geleistet werden. Landrat Florian Lorenzen betonte bei der Unterzeichnung die Bedeutung der regionalen Identität, die in den Archiven und Museen lagert.

Konkret bedeutet der Zusammenschluss, dass im Ernstfall nicht jede Einrichtung auf sich allein gestellt ist. Man teilt Fachwissen, Material und Personal, um beschädigte Exponate oder Akten zu bergen und zu sichern. Auch die Ferringstiftung, zuständig für die Nachbarinseln Föhr und Amrum, ist Teil des Verbunds, was die insulare Solidarität unterstreicht. In den kommenden Monaten werden nun konkrete Alarmpläne erarbeitet und Ausweichlager auf dem Festland identifiziert.

Sylter Nachwuchskünstler erobern Nordfriesland-Kalender

Westerland. Großer Erfolg für die kleinen Künstler der Insel: Drei Kinder der SYLT KITA haben es mit ihren Zeichnungen in den neuen Kinderrechte-Kalender des Kreises Nordfriesland geschafft. Die Veröffentlichung ist das Ergebnis eines Malwettbewerbs, der im Rahmen der kreisweiten „Kinderrechte-Rallye“ stattfand.

Die Initiative des Kreises zielt darauf ab, Kindern ihre Rechte auf spielerische Weise näherzubringen. Durch Bastelideen und Aufgaben setzen sich die Jüngsten mit Themen wie Gleichheit, Bildung, Gewaltfreiheit und Mitbestimmung auseinander. Katja Meyer von der SYLT KITA zeigte sich begeistert über das Engagement ihrer Schützlinge: „Unsere Kinder haben ihre Vorstellungen mit großer Freude und Fantasie umgesetzt. Die Bilder, die nun im Kalender zu sehen sind, stellen ihre Gedanken sehr eindrucksvoll dar. Das erfüllt uns mit Stolz.“

Das Projekt unterstreicht die enge Zusammenarbeit zwischen den Sylter Einrichtungen und dem Festland. Sowohl die Kita als auch das Familienzentrum Sylt werten die Platzierung der Zeichnungen als wichtiges Signal für die Sichtbarkeit von Kinderinteressen in der Region.